Lisa hört aufmerksam zu. Ab und zu fragt sie nach, am Ende hat sie alle Informationen, die benötigt werden, um den Musterpatienten mit neuen Einlegesohlen zu versorgen. Im Webinar präsentiert das Team von Anni.care sein neustes Projekt, die nach Angaben der Gründer erste Telefonie-KI in Deutschland für den Hilfsmittelbereich. Mithilfe der KI solle der Telefonaufwand für Mitarbeitende reduziert und Kunden und Mitarbeitende gleichermaßen entlastet werden.
Wer mit der KI-Telefonie startet, bekommt vom Betreiber Anni.care eine Telefonnummer genannt, an die alle Anrufe an das Telefonsystem des Sanitätshauses weitergeleitet werden. Mit einem Kostenpunkt von 4 Euro pro Telefon-Stunde läge man weit unter dem Mindestlohn, so Anni.care. Die Kunden rufen so die ihnen bekannte Nummer an, die Anrufe werden jedoch nicht an die Mitarbeitenden durchgestellt. Stattdessen erwacht Lisa zum Leben, 24 Stunden am Tag und wenn nötig auch in parallel laufenden Anrufen. Sie holt die Kunden mit ihren Anliegen ab und hat laut Anni.care auch keinerlei Probleme mit Dialekten oder starken Akzenten. Wenn die KI im Gespräch alle nötigen Daten gesammelt hat, werden diese ins CMS des Sanitätshauses eingespeist und können dort an Mitarbeitende zugewiesen und abgerufen werden. Anni.care betont dabei, dass die Anbindung an alle gängigen ERP-Systeme möglich sei, die erfassten Daten werden zudem DSGVO-konform auf Servern in Frankfurt gespeichert. Wenn alle Daten im System angekommen sind, kann darüber am Ende auch der Kunde informiert werden, dass seine Ware bereit zur Abholung liegt.
Nicht nur die Sanitätshäuser, die Lisa vier Wochen lang getestet haben, sind von der Wirksamkeit von KI-Telefonie überzeugt, auch bei den Kunden kommt es gut an. In einem Videoeinspieler berichtet die Sanitätshauskundin Martina H., die KI habe ihr sogar ein herzliches Beileid ausgesprochen, als sie mit ihr über die Rückgabe von Hilfsmitteln des verstorbenen Vaters gesprochen habe.