Diese Lücke ermöglichte einen nicht autorisierten Zugriff auf die Anwendung „MOVEit Transfer“, die von den AOKs zum Datenaustausch mit Firmen, Leistungserbringern und der Bundesagentur für Arbeit genutzt wird, teilt der AOK-Bundesverband mit. Betroffen sind die AOKs Baden-Württemberg, Bayern, Bremen/Bremerhaven, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz/Saarland, Sachsen-Anhalt und Plus sowie der AOK-Bundesverband.
Derzeit werde noch geprüft, ob die Sicherheitslücke einen Zugriff auf die Sozialdaten von Versicherten ermöglicht habe. Die entsprechende Prüfung ist aktuell noch nicht abgeschlossen, so der Spitzenverband am 2. Juni. Die Krankenkassen-Gemeinschaft werde zeitnah informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.
Nach Erkennung der Schwachstelle in der Software seien umgehend die für einen solchen Fall vorgesehenen Maßnahmen zur Sicherung der Daten eingeleitet worden. Alle externen Verbindungen der AOK, die auf dem Datenaustausch-System basieren, seien zur Sicherheit getrennt worden. Dadurch gebe es aktuell Einschränkungen im Datenaustausch zwischen den betroffenen AOKs und externen Partnern. An der Wiederherstellung der Systeme werde intensiv gearbeitet. Zudem sei das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Rahmen des KRITIS-Verfahrens zum Schutz kritischer Infrastrukturen über den Vorfall informiert worden.
Von der Schwachstelle in der Datenübertragungs-Software seien nach ersten Medienberichten zahlreiche Firmen im In- und Ausland betroffen; ein Großteil der Attacken solle in den USA stattgefunden haben.