Ein Großteil der Apotheken ist bereit für das E-Rezept. So fühlen sich zwei Drittel der Apothekeninhaberinnen und Apotheker gut oder eher gut auf die Einführung der digitalen Verordnungen vorbereitet. Das zeigt der E-Rezept Readiness Index (ERI) des Marktforschungsunternehmens Aposcope powered by Noventi.
Im Juli sollte in Apotheken eine flächendeckende Testphase für das E-Rezept beginnen. Doch diese gibt es jetzt nur für ausgewählte Apotheken der Fokusregion Berlin-Brandenburg. Die meisten Apotheken dürften vor dem offiziellen Start noch wenige Wochen zum Testen haben. Nach dem Hin und Her um die Testphase gehen mehr als drei Viertel der Umfrageteilnehmer (78%) nicht davon aus, dass das E-Rezept tatsächlich ab 1. Januar 2022 bundesweit verpflichtend eingeführt wird. Sollte es doch dazu kommen, rechnen beinahe alle (94 %) zum Start mit massiven Problemen.
Der Großteil der Apothekeninhaberinnen und -inhaber bewertet die Unterstützung von Organisationen wie Kammern, Verbänden und Co. kritisch. Nur jeder Befragte fühlt sich von der zuständigen Apothekerkammer oder dem entsprechenden Verband gut unterstützt. Zudem ist die Mehrheit nicht zufrieden mit der Arbeit des Bundesgesundheitsministeriums (87%), der Gematik (76%) sowie der ABDA (71 %) im Hinblick auf die Einführung des E-Rezepts. Mehr als acht von zehn Befragten (82 %) glauben außerdem, dass die Einführung der digitalen Verordnungen das Sterben der Vor-Ort-Apotheken beschleunigen wird. Dennoch haben die Apotheken Vorbereitungsmaßnahmen ergriffen, darunter die Beschaffung eines elektronischen Heilberufsausweises sowie einer Institutionskarte (jeweils 93 %) zur Identifizierung.
Nachholbedarf besteht in Sachen Kundeninformation. Nur jedes dritte Team hat die Kundschaft bereits über die Einführung des E-Rezeptes informiert.
Für die aktuelle Studie wurden vom 6. bis 9. Mai 2021 nach eigenen Angaben insgesamt 103 verifizierte Apothekeninhaberinnen und -inhaber befragt.