In seiner Juniausgabe beschäftigt sich der APOkix des IFH Köln mit dem Thema Apothekenpersonal. Demnach sind in vielen Apotheken Stellen derzeit unbesetzt.
Vor allem offene Approbierten- und PTA-Stellen konnten im vergangenen Jahr häufig nicht besetzt werden: In fast jeder zweiten Apotheke (47%) wurden 2021 Approbierte und Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und -Assistenten (PTA) zwar gesucht, aber nicht in hinreichender Anzahl gefunden. Insgesamt konnten in den letzten zwölf Monaten nur 20 Prozent der suchenden Apotheken alle ausgeschriebenen Stellen für approbierte Apothekerinnen und Apotheker besetzen. Bei den PTA trifft dies immerhin auf 32 Prozent der Apotheken mit entsprechenden Stellenausschreibungen zu. Jeweils rund 44 Prozent der befragten Apothekeninhaberinnen und -inhaber haben derzeit Stellen für approbierte Apotheker bzw. PTA-Stellen ausgeschrieben.
Apotheken: Vielfältige Gründe für Personalmangel
Wieso haben Apotheken in den letzten zwölf Monaten nach Personal gesucht? Fast jede:r zweite Umfrageteilnehmer (46 %) nennt den wachsenden Personalbedarf. Aber auch Personalfluktuation durch Abwanderung oder Verringerung der Arbeitszeit (33 % Zustimmung) bzw. durch Abwanderung zu einer anderen Apotheke (28 % Zustimmung) spielen eine Rolle. Drei Viertel der Befragten (74 %) sind der Meinung, dass offene Stellen unbesetzt bleiben, da es insgesamt an Bewerbungen mangelt.
Die große Mehrheit ist sich einig: In den kommenden zwei bis drei Jahren wird sich die Lage weiter verschärfen, und es wird zunehmend schwieriger werden, geeignetes Apothekenpersonal zu finden. Besonders herausfordernd gestaltet sich die Suche nach Führungs- und Vollzeitkräften: So haben 78 Prozent der befragten Apothekeninhaberinnen und -inhaber große Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal für Leitungs- oder Führungspositionen zu finden und für 82 Prozent erweist sich die Besetzung ausgeschriebener Vollzeitstellen als problematisch. Bereits jetzt liegt die Teilzeitbeschäftigungsquote in deutschen Apotheken bei fast 60 Prozent.