„Die EU-Kommission bereitet heute die Grundlage dafür, dass Patientinnen und Patienten schnell von datenbasierten, individuellen Therapien oder Behandlungen „made in Europe“ profitieren können“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg den Vorschlag. „Der europäische Gesundheitsdatenraum kann die medizinische Versorgung der Menschen in Europa massiv verbessern und wir begrüßen die Initiative der EU sehr.“ Der Datenraum EHDS schaffe eine gemeinsame Infrastruktur und rechtliche Basis für den Einsatz von Gesundheitsdaten. „Damit bildet er die Grundlage zu einer verbesserten und schnelleren Entwicklung von Therapien, Medikamenten und Untersuchungsmethoden, was Millionen Menschen unmittelbar helfen wird – nicht zuletzt bei der Bekämpfung seltener Krankheiten oder der Bewältigung globaler Pandemien. Und Patientinnen und Patienten werden souveräner: Sie können kostenlos und unter bestmöglichem Schutz ihrer Daten ihre Befunde, Bilder, Untersuchungs- oder Entlassungsberichte online abrufen oder digitale Gesundheitsangebote europaweit nutzen.“
Berg fordert, dass jetzt auch in Deutschland entsprechende Schritte eingeleitet werden. „Wir müssen jetzt Tempo machen bei der Digitalisierung unseres Gesundheitswesens. Im Vergleich zu anderen Nationen wie Dänemark oder Frankreich sind wir digitale Spätzünder. Wir müssen daher den Ausbau der elektronischen Patientenakte, der digitalen Infrastruktur zum Einsatz von Gesundheitsdaten oder die Interoperabilität vorantreiben. In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass das im Koalitionsvertrag geplante deutsche Gesundheitsdatennutzungsgesetz schnell und in Einklang mit den europäischen Regelungen auf den Weg gebracht wird. Bitkom begrüßt ausdrücklich, dass mit dem EHDS auch vorgesehen ist, der privaten Forschung ein Antragsrecht auf die Nutzung von freiwillig zur Verfügung gestellten, pseudonymisierten Gesundheitsdaten zu gewähren. In diesem Punkt hinkt Deutschland ebenfalls hinterher. Die Innovationskraft der forschenden Gesundheitswirtschaft müssen wir nutzen, um auf Basis von Daten Diagnosen zu verbessern, Therapien zu individualisieren und neue Behandlungen zu entwickeln.“