„Für die dramatischen Kostensteigerungen im Bereich der Homecare-Versorger und Hilfsmittel-Leistungserbringer gibt es aktuell keinerlei Ausgleichs- und Erstattungsanpassungs-Mechanismen. Ohne Unterstützungsleistungen ist zu befürchten, dass die bisherige Versorgungsqualität und der Umfang der ambulanten Hilfsmittelversorgung nicht aufrecht erhalten bleiben können“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll. In einem Schreiben an Gesundheitsminister Lauterbach, Wirtschaftsminister Habeck und Finanzminister Lindner fordert der BVMed daher die Einführung eines Härtefallfonds für ambulante Hilfsmittelversorger, so wie er für Krankenhäuser und Pflegeheime vorgesehen ist.
Der BVMed weist in dem Schreiben an die drei Bundesminister darauf hin, dass bei den bisherigen finanziellen Unterstützungsleistungen in Form einer Härtefallregelung für Krankenhäuser, Universitätskliniken und Pflegeeinrichtungen die ambulanten Versorgungsstrukturen bislang außer acht gelassen wurden. „Dabei haben Hilfsmittelversorger einen umfassenden und bedeutenden Beitrag geleistet, um Krankenhäuser zu entlasten und Deutschland gut durch die Krise zu bringen“, so Möll in einer Verbandsmitteilung.
Die Hilfsmittelversorger sehen sich neben den steigenden Energie- und Logistikkosten auch einem Anstieg der Produktpreise ausgesetzt, der seit 2020 ungebrochen sei und ein bisher einzigartiges Ausmaß erreicht habe. Hinzu kämen die höheren Personalkosten, um die steigenden Lebenskosten abzubilden. Abhilfe sei aufgrund der besonderen vertraglichen Erstattungssystematik zwischen Krankenkassen und Hilfsmittelversorgern kurzfristig jedoch nicht möglich. Gleichzeitig steige die Bedeutung der Hilfsmittelversorgung für die Gesellschaft durch die politisch gewünschte Ambulantisierung und die Schaffung wohnortnaher und ambulanter Versorgungsstrukturen mit geeignetem medizinischem Fachpersonal. „Dies ist nur mithilfe funktionierender und qualitätsorientierter Hilfsmittelversorger möglich“, argumentiert der BVMed. Sie leiteten die Patientinnen und Patienten aus dem stationären Bereich zeitnah in die Häuslichkeit über und versorgten sie mit den Hilfsmitteln.