Nicht nur das Diabetische Fußsyndrom (DFS) kann zu fatalen Folgen führen, wenn die fachgerechte Versorgung verschleppt wird. Das betonten Prof. Dr. Frank Braatz und Orthopädietechnik-Meister Matthias Bauche vom Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) zum „Tag der Technischen Orthopädie“ auf der 70. Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen (VSOU) am 29. und 30. April in Baden-Baden.
8,5 Millionen an Diabetes mellitus erkrankte Menschen leben in Deutschland. Von den jährlich insgesamt bis zu 50.000 Amputationen der unteren Extremitäten in Deutschland entfallen bis zu zwei Drittel auf Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom. Nur 38 Prozent – nur gut ein Drittel – aller Patienten mit DFS erhalten vor einer Amputation eine adäquate Überprüfung, so die Deutsche Diabetes Gesellschaft. Der Grund für die hohe Amputationsrate: Bei Diabetikern funktioniert das Alarmsystem nicht mehr, das den Menschen auf Wunden hinweist – der Schmerz. Zudem entstehen Wunden leichter, da die Schutzfunktion der Haut und der Heilungsprozess durch die Stoffwechselerkrankung gestört ist. Wer Wunden und damit Amputationen vermeiden will, darf sich keine Fehler bei der Fußversorgung erlauben und muss fit in der Einlagenversorgung sein, lautete das Fazit der Experten am Tag der Technischen Orthopädie.
Tiefe Fachkenntnisse verlangt ebenfalls die Versorgung des Hohlfußes. Auch Sportler mit gesundem Fuß seien vor Überlastungsschäden nicht gefeit, so die Experten. Ein spezieller Fokus sei in Baden-Baden zudem auf die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Versorgungstechniken gelegt worden, teilt der BIV-OT mit.
Auch im nächsten Jahr werden die Fachgesellschaften in Kooperation mit der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen (VSOU) einen „Tag der Technischen Orthopädie“ anbieten.