Ende November empfing der Medizinproduktehersteller Medi die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner zu einem Arbeitsbesuch am Unternehmenssitz in Bayreuth. Ziel des Treffens war ein intensiver Austausch über Chancen und Herausforderungen von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA). Neben Vertretern von Medi und dem Kooperationspartner PrehApp nahm auch der Bayreuther Oberbürgermeister Thomas Ebersberger teil.
Medi und PrehApp – ein Entwickler medizinischer Software aus Erlangen – verfolgen gemeinsam das Ziel, mit digitalen Therapieangeboten Versorgungslücken zu schließen und die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern. Zwei DiGA wurden bereits im Markt etabliert: „companion patella“, dauerhaft im DiGA-Verzeichnis gelistet, und „companion shoulder“, aktuell vorläufig gelistet. Beide Anwendungen basieren auf evidenzbasierten, leitliniengerechten Therapien, die Patienten und Patientinnen bei Knie- bzw. Schulterbeschwerden unterstützen.
„DiGA ermöglichen Patienten, jederzeit und überall eigeninitiativ diese neue Therapieform zu nutzen“, lautete das gemeinsame Fazit der Beteiligten. Die Anwendungen steigern die Therapietreue, fördern die Selbstbestimmung und verbessern nachweislich die Behandlungsergebnisse.
Mehr Effizienz, weniger Bürokratie
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen aktuelle Herausforderungen bei der DiGA-Versorgung – insbesondere mit Blick auf Preisgestaltung, Erfolgsmessung, Datenschutz und bürokratische Hürden. Kritisch bewertet wurde unter anderem die ab 2026 verpflichtende Anwendungsbegleitende Erfolgsmessung (AbEM), die aus Sicht von Medi und PrehApp mit hohem Aufwand und steigenden Kosten verbunden ist.
„Ein denkbarer Lösungsansatz wäre eine wissenschaftliche Begleitevaluation, die im Zeitraum von etwa zwei Jahren die Machbarkeit und Relevanz der Anwendungsbegleitenden Erfolgsmessung prüft – und bis dahin die Einführung der AbEM zurückzustellen“, schlug Dr. Katja Senn von Medi vor.
Auch beim Thema Datenschutz fordern die Unternehmen praktikable Lösungen. DiGA unterliegen bereits den strengen Vorgaben der DSGVO. Zusätzliche Zertifikate und technische Richtlinien würden laut Medi und PrehApp unnötige Komplexität erzeugen, ohne einen spürbaren Sicherheitsgewinn zu bringen.
Zum Abschluss übergaben Medi und PrehApp ein gemeinsames Positionspapier an Emmi Zeulner. Die zentrale Forderung: klare, einheitliche und umsetzbare Rahmenbedingungen, die Innovation fördern, die Versorgung stärken und Patienten den Zugang zu digitalen Gesundheitslösungen erleichtern.