Erste Adresse für den Erwerb von medizinischen Hilfsmitteln bleibt weiterhin das Sanitätshaus bzw. ein orthopädietechnisches oder orthopädieschuhtechnisches Fachgeschäft. Das bestätigen 85 Prozent der Träger medizinischer Kompressionsstrümpfe, 96 Prozent der Einlagennutzer und 80 Prozent der Bandagen- und Orthesenträger.
Wie bei der ärztlichen Versorgung spielt auch die Beratung durch Sanitätshäuser und Fachgeschäfte eine wichtige Rolle hinsichtlich des Therapieerfolgs. Dass ihnen das Anziehen, Tragen oder Reinigen ihrer medizinischen Kompressionsstrümpfe erläutert wurde, sagen 88 Prozent der Befragten Der sachgerechte Umgang mit der Bandage oder Orthese wurde 85 Prozent der Nutzer erläutert. Verglichen dazu wurden die Träger orthopädischer Schuheinlagen seltener beraten. Hier bestätigen nur 61 Prozent eine Unterweisung mit leicht positivem Trend im Vergleich zur Befragung 2019 (55 Prozent).
Die überwiegende Mehrheit legt großen Wert auf eine persönliche Beratung vor Ort. Dies bejahen 89 Prozent der Nutzer von medizinischen Kompressionsstrümpfen, 85 Prozent der Anwender von Einlagen und 81 Prozent der Bandagen- und Orthesenträger. Nur 7 bis 12 Prozent können sich auch eine Online-Beratung vorstellen.
Ärztliche Aufklärung fördert Therapieerfolg
Patientenedukation ist eine Grundvoraussetzung für den subjektiv wahrgenommen Nutzen und somit für einen guten Therapieerfolg. Nur wenn die Patienten die Handhabung, die Wirkungsweise und den Nutzen der Produkte verstehen, können sie diese auch korrekt und konsequent anwenden. Das zeigen die Umfrageergebnisse. Die meisten Ärzte informieren ihre Patienten in einem Aufklärungsgespräch über die Wirkungsweise des medizinischen Hilfsmittels: Das berichten 84 Prozent der Träger medizinischer Kompressionsstrümpfe (2019: 82 Prozent), 77 Prozent der Einlagennutzer (2019: 73 Prozent) und 83 Prozent der Befragten, die eine Bandage oder Orthese (2019: 79 Prozent) verordnet bekommen haben. Erfreulicherweise ist bei allen drei Gruppen der Anteil der Anwender mit einem ärztlichen Aufklärungsgespräch im Vergleich zur letzten Umfrage gestiegen. Unterscheidet man zwischen den Anwendern mit und ohne Aufklärungsgespräch, so sagen 88 Prozent der Patienten, denen der Arzt die Anwendung und den Nutzen der medizinischen Kompressionsstrümpfe erläutert hat, dass ihnen diese viel oder sehr viel helfen. Bei den Patienten, die von ihrem Arzt nicht vorab informiert wurden, bestätigen dies nur 82 Prozent. Auch bei den Einlagenträgern zeigt sich ein Unterschied: 88 Prozent der Nutzer mit ärztlichem Aufklärungsgespräch bescheinigen dem Hilfsmittel eine gute Wirkung. Von den uninformierten Anwendern sagen dies nur 78 Prozent. Bei den Bandagen- und Orthesenträgern ist die Differenz mit 12 Prozent besonders deutlich: So sagen 85 Prozent der ärztlich informierten Patienten, hingegen nur 73 Prozent der nicht informierten Patienten, dass ihre medizinischen Hilfsmittel ihnen viel oder sehr viel helfen.