In den Räumlichkeiten der Magdeburger Orthopädie-Technik (MOT) trafen sich aus diesem Anlass als Referenten die beiden Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages Tino Sorge und Dr. Roy Kühne (Berichterstatter der CDU-Bundestagsfraktion für Heil- und Hilfsmittel) sowie Klaus-Jürgen Lotz als Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik mit Leistungserbringern und Vertretern gesetzlicher Krankenkassen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik.
Mit rund 60 Fachleuten gelang ein intensiver Austausch. In der Diskussion mussten sich die beiden Mitglieder des Gesundheitsausschusses mit offener Kritik an der Steuerungswirkung von Ausschreibungen für die betroffenen Patienten und deren betreuende regionale Fachbetriebe auseinandersetzen. Unter anderem wurde die geringe Wertschätzung der Arbeit von Heil- und Hilfsmittelerbringern angesprochen, die sich auch in der Vergütung ausdrücke. In Sachsen-Anhalt liege der Stundenlohn im Schnitt unter 30 Euro, während andere Freiberufler und Handwerker mehr als das Doppelte erhalten.
Das HHVG wird nach Einschätzung von Dr. Kühne ab März 2017 eine Verschärfung bei der Zulässigkeit von Hilfsmittelausschreibungen bringen. Tino Sorge erklärte: "Wir wollen in diesem Bereich eine hohe Qualität, sowohl beim Fachpersonal als auch in der Therapie, im Sinne der Patienten erhalten und ausbauen. Das muss sich auch in der Vergütung widerspiegeln. Als Gesundheitspolitiker sind die praktischen Erfahrungen der Fachleute eine wertvolle Hilfe, um verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Gesundheit ist Vertrauenssache und dafür braucht es direkt vor Ort starke Sanitätshäuser, Gesundheitsdienstleister und Heilpraxen. Ich unterstütze gern die gesetzlichen Vorhaben im Sinne der Praxis und besonders im Interesse der Patientinnen und Patienten."