Die Therapie des sogenannten offenen Beines (Ulcus cruris venosum) ist für betroffene Patientinnen und Patienten sehr belastend. Das Projekt hat unter der Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg erfolgreich ein Case Management für venös bedingte chronische Wunden in der Hausarztpraxis entwickelt, eingeführt und evaluiert. Dabei fungierten MFA, die eine Zusatzqualifikation als Versorgungsassistenz (VERAH) hatten, als Case-Manager in der Hausarztpraxis. Digitale Schulungen sowie standardisierte Behandlungsempfehlungen unterstützten die leitliniengerechte Versorgung, ergänzt durch eine Software zur Wunddokumentation und Verlaufskontrolle, teilt der G-BA mit.
Die begleitende wissenschaftliche Studie konnte unter anderem zeigen: Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer Wundheilung war in der Interventionsgruppe 3,6-mal höher als in der Kontrollgruppe. Auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität konnte durch den neuen Ansatz nachweislich verbessert werden.
„Eine leitliniengerechte Kompressionstherapie wurde in der Interventions-Gruppe in 72 Prozent der Fälle umgesetzt, gegenüber 33 Prozent in der Kontroll-Gruppe“, heißt es im Beschluss des Innovationsausschuss unter Vorsitz von Prof. Josef Hecken.
Die Aussagekraft der Ergebnisse sei jedoch aufgrund der geringen Anzahl eingeschlossener Patientinnen und Patienten eingeschränkt. Insgesamt hat das Projekt laut G-BA wertvolle Anhaltspunkte zur Optimierung der Versorgung von Menschen mit venös bedingten chronischen Wunden aufgezeigt. Der Innovationsausschuss leitet die Erkenntnisse daher zur Information über die Bundes- an die Landesverbände der Kranken- und Pflegekassen, an die kassenärztlichen Vereinigungen, an die Ärztekammern auf Landesebene sowie an den Hausärztinnen- und Hausärzteverband e. V. weiter.
Weitere Details zu den Ergebnissen finden sich im Beschluss und im Ergebnisbericht.