Am 13. November 2025 kamen rund 70 Abgeordnete sowie Fachleute aus Gesundheits- und Sozialpolitik in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund zusammen, um gemeinsam mit den fünf Gewerken der Gesundheitshandwerke – Augenoptik, Hörakustik, Orthopädieschuhtechnik, Orthopädietechnik und Zahntechnik – über die Ausgestaltung der Patientenversorgung zu beraten.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Er betonte die systemrelevante Rolle der Gesundheitshandwerke: „Die gesundheitshandwerklichen Betriebe sichern Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe für Millionen von Menschen. Doch anstatt sich auf die Patientenversorgung konzentrieren zu können, kämpfen sie mit aufwendiger Dokumentation, Materialpreissteigerungen und Fachkräftemangel. Nur durch Planungssicherheit und weniger Bürokratie bleibt handwerkliche Gesundheitsversorgung auch in Zukunft ein verlässlicher Partner im System – menschlich, qualitativ und wirtschaftlich.“
Ein weiterer Impuls kam von Tino Sorge MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium. Er hob die Bedeutung der spezialisierten Hilfsmittelanbieter hervor: „Ohne die Gesundheitshandwerke wäre die Versorgung in Deutschland kaum denkbar. Spezialisierte Anbieter von Hilfsmitteln und Zahnersatz stellen seit Jahren ein hohes Versorgungsniveau sicher.“ Sorge sieht in den Gesundheitshandwerken nicht nur Leistungserbringer, sondern auch einen wichtigen Standortfaktor.
Forderung nach weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung
Dr. Stephan Pilsinger MdB, stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, diskutierte anschließend mit den Präsidenten der verschiedenen Gewerke über deren aktuelle Herausforderungen. Dabei plädierte er für mehr politische Unterstützung: „Die deutschen Gesundheitshandwerke stehen für qualitativ hochwertige Hilfsmittel in mittelständisch geprägter Produktion. Als Abgeordneter setze ich mich für weniger Bürokratie und Planungssicherheit für unsere Gesundheitshandwerke ein. Sie bilden aus, sichern wertvolle Arbeitsplätze und halten unsere Versorgung am Laufen. Vonseiten der Politik müssen wir unsere Meisterbetriebe, Digitalisierung und Wettbewerb stärken. So bleiben wir auch international spitze.“
Ein besonderer Moment war die erneute Teilnahme des Spitzenverbandes für Orthopädie-Schuhtechnik, der im zweiten Jahr in Folge Teil der Arbeitsgemeinschaft und des Parlamentarischen Abends war.
Die Gesundheitshandwerke haben ihre politischen Kernanliegen in einem Positionspapier gebündelt, das online abrufbar ist. Ziel ist es, die Versorgungsqualität durch verlässliche Rahmenbedingungen langfristig abzusichern – zum Wohle der Patientinnen und Patienten wie auch der Betriebe.