„Damit hat sich der Stimmungswert seit Jahresbeginn auch weiterhin nur geringfügig verändert“, berichtet Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit. Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage war im Vorquartal um 1,4 Punkte gestiegen und sank nun um 1,3 Punkte. Die Erwartung für die kommenden sechs Monate stieg dagegen um 2,8 Punkte an.
Die größten Anstiege verzeichneten die Logopäden (+5,4 Punkte), die Apotheker (+5,2 Punkte) sowie die Physiotherapeuten (+4,4 Punkte). Die stärksten Einbußen gab es bei den Hebammen und Geburtshelfern (-11,5 Punkte). Insgesamt ist die wirtschaftliche Stimmung aktuell bei den Heilpraktikern, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten am besten.
Bei der Frage nach den Faktoren, die die Arbeitssituation derzeit am meisten belasten, gibt es einen klaren Spitzenreiter: „60,1 Prozent der Heilberufler haben Entscheidungen und Vorgaben von Politik und Selbstverwaltung angegeben“, berichtet Konrad Obermann. Die nachfolgenden sechs Faktoren liegen sehr eng beieinander und wurden von jeweils weniger als 40 Prozent der Heilberufler genannt. Am seltensten empfanden die Heilberufler die Digitalisierung als Belastung (30,8 Prozent) – „im Gegensatz zu den Ärzten, bei denen fast zwei Drittel einen negativen Einfluss sehen“, so Obermann.
Über das Stimmungsbarometer
Seit mehr als 15 Jahren erhebt die Stiftung Gesundheit die wirtschaftliche Stimmung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung. Seit 2022 gibt das Stimmungsbarometer auch differenziert Auskunft darüber, wie Heilberufler ihre aktuelle wirtschaftliche Lage einschätzen und welche Entwicklung sie in den kommenden sechs Monaten erwarten. An der repräsentativen Erhebung im 3. Quartal 2024 nahmen 833 Heilberufler teil.