Für die allermeisten Menschen in Deutschland ist die Nutzung eines digitalen Rezepts per App noch unbekanntes Terrain – doch viele wollen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, wenn die Einführung des E-Rezepts denn einmal erfolgt ist. So sagen jetzt 20 Prozent der Deutschen, dass sie das E-Rezept künftig ausschließlich digital einlösen wollen. Weitere 21 Prozent würden überwiegend die digitale Variante wählen. Unter den Jüngeren zwischen 16- und 29 Jahren ist der Wunsch nach einer ausschließlichen oder überwiegend digitalen Einlösevariante mit 50 Prozent noch etwas höher. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.144 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Ob digitales oder analoges Einlösen: 74 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sind insgesamt der Meinung, die Einführung des E-Rezepts komme in Deutschland viel zu spät.
„Der Ausstieg der letzten Testregion aus dem Rollout-Prozess war ein erneuter und herber Rückschlag für die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland“, sagt Malte Fritsche, Bitkom-Experte für digitale Medizin.
„Obwohl das E-Rezept damit noch Zukunftsmusik ist, sind viele Deutsche bereits dafür offen. Wichtig ist, dass nicht nur sichere und niedrigschwellige Übermittlungswege für das E-Rezept entwickelt werden, sondern dass verloren gegangenes Vertrauen sowohl von den Versicherten als auch von Ärztinnen und Ärzten zurückgewonnen wird.“
Malte Fritsche, Bitkom-Experte für digitale Medizin
Aktuell will ein Drittel der Deutschen das E-Rezept künftig ausschließlich als Ausdruck in der Apotheke einlösen. Weitere 20 Prozent bevorzugen ebenfalls einen überwiegend analogen Einlöseweg, würden aber auch die App nutzen. Insbesondere Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren sprechen sich derzeit für die komplett analoge (58 Prozent) oder überwiegend analoge (10 Prozent) Variante aus.