In ihrer Studie wollte Dr. Katarzyna Ochalek zweierlei überprüfen: Erstens, wie sich die Armschwellung bei Patientinnen mit und ohne medizinische Kompression entwickelt. Und zweitens, inwieweit sich die Lebensqualität dieser Frauen zwei Jahre nach der Operation unterscheidet.
Dafür hat sie 20 Patientinnen mit medizinischem Kompressionsarmstrumpf der Klasse I und 21 Patientinnen, die in der Kontrollgruppe ohne Kompression randomisiert waren, zwei Jahre lang nach ihrer Brustkrebsoperation begleitet. Nach einem und nach zwei Jahren wurde das Armvolumen gemessen und die Lebensqualität der Patientinnen anhand von Fragebögen der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) bewertet. Die Ergebnisse: In der Gruppe mit Patientinnen, die medizinische Kompression trugen, konnte das Auftreten eines postoperativen Ödems und eines Lymphödems reduziert werden. Des Weiteren hatten sich die wichtigen Lebensqualitätsparameter in der Gruppe mit medizinischer Kompression signifikant verbessert.
Das Fazit von Katarzyna Ochalek: „Eine leichte medizinische Kompression in Kompressionsklasse I sollte von Patientinnen nach einer Brustkrebsoperation prophylaktisch getragen werden. Zudem ist medizinische Kompression wichtiger Teil des Selbstmanagements und erhöht das Selbstvertrauen sowie das Wohlbefinden von Betroffenen. Zusätzlich ist weitere Forschung auf dem Gebiet notwendig, insbesondere ein Vergleich von medizinischer Kompression mit anderen Präventionsstrategien, Patientenvorlieben und Kosteneffizienz.“