Das medizinische adaptive Kompressionssystem eignet sich für Betroffene mit venösen oder lymphatischen Erkrankungen der Extremitäten, teilt Lohmann & Rauscher mit. ReadyWrap kann vom Patienten mit Klettverschlüssen selbst angelegt und angepasst werden. Das Produkt soll die Kompressionstherapie vereinfachen, Patienten mehr Eigenständigkeit geben und die Pflege entlasten. Seine klinische Wirksamkeit wurde durch eine randomisiert kontrollierte Studie an der Berliner Charité bestätigt, so der Anbieter. Als Referenzhilfsmittel wurden Flachstrick-Kompressionsstrümpfe herangezogen.
Die Autoren kommen zum Schluss, dass in der Erhaltungsphase von lymphostatischen Erkrankungen medizinische adaptive Kompressionssyteme (MAK) als alternative Kompressionstherapie eingesetzt werden können und Flachstrick-Kompressionsstrümpfe nicht unterlegen sind. Die Selbstanlage könne als sicher eingestuft werden. Die Autoren stellen fest, dass Patientinnen und Patienten mit Schwierigkeiten in der Handhabung von Kompressionsstrümpfen beim An- und Ausziehen von MAK profitieren können. Die Studie belegt auch, dass MAK Ruhedruckwerte und der Static-Stiffness-Index im thematischen Bereich signifikant höher ausfallen als bei Flachstrick-Kompressionsstrümpfen. MAK erreichen signifikant höhere maximale Arbeitsdrücke. Die Ruhedruckwerte von MAK zeigen nach zwei und vier Stunden, ohne Nachjustieren keinen relevanten Druckabfall.
Das Produkt wurde in derLohmann & Rauscher Niederlassung in den USA entwickelt und wird dort auch produziert. Das Sortiment umfasst acht Produkte für unterschiedliche Lokalisationen an Arm und Bein. Seit 6. Dezember 2021 ist es in der PG 17 im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Im Sinne einer leitlinienkonformen Kompressionstherapie können alle Produkte im Rahmen der initialen Entstauungsphase bei Lymphödem, venösem Ödem und Ulcus Cruris Venosum als Alternative zu Kompressionsbinden verordnet werden.