Am 19. Juni 2021 wurde gejubelt – das Berliner Lymphologische Symposium feierte seinen 10. Geburtstag. Die wissenschaftliche Leiterin Dr. med. Anett Reißhauer freute sich, zusammen mit der Juzo Akademie als Veranstalter, auf viele erfolgreiche Jahre „Wissens-Update“ auf dem Gebiet der Lymphologie und stetig wachsende Teilnehmerzahlen zurückblicken zu können.
In ihrem Vortrag widmete sie sich einem aktuellen Thema: „Corona-Pandemie und Lymphödeme“. Die Digitalisierung habe auch im Klinikalltag während der Pandemie deutlich zugenommen. So werde vermehrt digital kommuniziert, Kontaktformulare würden digital ausgefüllt werden und auch Videosprechstunden könnten bestehenden Patienten in manchen Fällen angeboten werden.
Das Konsensuspapier der Britisch Lymphology Society (BLS) und des Lymphedema Support Network (LSN) würden alle verfügbaren Vakzine der Covid-19- Impfung für Lymphödempatienten empfehlen. Bestehe zum Beispiel ein einseitiges Armlymphödem, so solle der gegenüberliegende, nicht betroffene Arm für die Impfung verwendet werden. Brustkrebspatientinnen sollten Mammographie-Screening-Termine zeitlich vor oder vier bis sechs Wochen nach der Impfung planen, da eine Lymphknotenschwellung nach der Impfung auftreten könne.
Anett Reißhauer gab einen ersten Eindruck einer laufenden Studie: Die Lebenszufriedenheit der Teilnehmenden habe sich im Vergleich zu 2019 deutlich reduziert. 33% gaben an, während der Pandemie zunehmend Einschränkungen durch das Lymphödem zu haben, 28,9% bestätigten, dass die Therapie während der Pandemie gelitten hätte und rund 20% hätten sich weniger bewegt.