Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Diabetes Hilfe (DiabetesDE) haben eine Bestandsaufnahme zur Versorgungssituation bei Diabetes vorgelegt. Auf knapp 300 Seiten setzen sich Experten mit allen Aspekten der Volkskrankheit auseinander. Dr. Holger Lawall, Praxis für Herzkreislauferkrankungen Angiologie/Diabetologie, Akademie für Gefäßkrankheiten, Max Grundig Klinik Bühlerhöhe in Ettlingen, setzt sich mit dem Diabetischen Fußsyndrom und damit verbundenen Amputationen auseinander.
Die Prävalenz des diabetischen Fuß-Syndroms (DFS) liegt dem Bericht zufolge unverändert bei ca. 2 bis 10 Prozent der diabetischen Gesamtbevölkerung. Die jährliche Inzidenz liegt unverändert bei 2 bis 6 Prozent aller Diabetiker. Periphere Durchblutungsstörungen und Infektionen sind die Hauptursache für eine hohe Amputation. Fast 50 Prozent aller Patienten mit schweren Durchblutungsstörungen haben einen Diabetes mellitus. Problematisch ist das deutlich erhöhte Rezidivrisiko einer Fußläsion und damit einer Minor- und Majoramputation nach einem erlittenen Fußulkus, fasst Holger Lawall zusammen. Menschen mit DFS und Zustand nach DFS haben unverändert ein hohes Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko.
Fast 70 Prozent aller Major-Amputationen der unteren Extremität und über 85 Prozent aller Minor-Amputationen werden bei Menschen mit Diabetes durchgeführt. Die Zahl der hohen Amputationen ist bei Diabetikern seit zehn Jahren altersadjustiert leicht rückläufig (-6,5 Prozent): Sie lag 2014 bei fast 8.500. Die Zahl der Minoramputationen beträgt 30.400.