Die Rehatechnik-Spezialisten Maximilian Raab und Sascha Becker sind überzeugt: „Bei Individualversorgungen ist es wichtig, mit Standards zu erarbeiten. Das bringt die Qualität.“
Maximilian Raab fordert einen „360 Grad-Blick auf den Patienten und die Versorgung“. Dieser müsse strukturiert dokumentiert werden, damit der Kostenträger die Versorgung nachvollziehbar bewerten könne. Mit der ICF gebe es eine gemeinsame Sprache, die bei schwerstbetroffenen Erwachsenen zu selten angewandt werde, kritisieren die beiden Rehatechnik-Spezialisten.
An einem praktischen Versorgungsbeispiel einer Mutter zweier Kinder mit Multipler Sklerose illustrieren sie, welche Defizite die bestehende Versorgung mit einem Leichtgewicht-Rollstuhl aufgewiesen habe. Sie sei im Alltag nicht mehr klar gekommen und konnte ihre Aufgaben als Mutter nicht mehr wahrnehmen.
Raab und Becker erläutern die Anforderungen und Kriterien an die neue Versorgungslösung und schildern die bewegenden Erfahrungen bei der Erprobung. Nach einer ersten selbstständigen Fahrt nach draußen etwa habe die MS-Betroffene angefangen zu weinen. „Hier geht es um die elementaren Grundbedürfnisse. Sie konnte wieder selbstständig in der Küche arbeiten. Das war ein ,Volltreffer‘ zu sehen, was ein Hilfsmittel alles leisten kann.“
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