Vertragsverhandlungen zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern nehmen insbesondere im Bereich der Hilfsmittel zu. Die Medizinprodukte-Unternehmen sollten sich dabei gut auf die Gespräche vorbereiten und den Nutzen ihrer Vorschläge für die Krankenkasse und die Versicherten klar darstellen. Das betonten die Experten des MedInform-Seminars "Persönliche Beziehungsgestaltung als Schlüssel für eine erfolgreiche Kommunikation und Vertragsverhandlung mit Krankenkassen" am 9. Juli 2015 in Berlin. MedInform ist der Informations- und Seminarservice des BVMed.
Krankenkassen und Leistungserbringer sitzen dabei "in einem Boot und müssen gemeinsam Lösungen finden", sagte Susanne Eschmann von der Barmer GEK. Gemeinsames Ziel sei eine hohe Versorgungsqualität – und damit zufriedene Versicherte. Für das Erstgespräch zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern sei eine gute Vorbereitung auf beiden Seiten wichtig, betonten Martin Schneider von der Vertragsgemeinschaft GWQ und Thomas Piel vom Reha Service Ring. Wichtig sei es, einen gemeinsamen Nutzen herauszustellen. Und: "Ein Vertrag muss nicht nur verhandelt, sondern auch umgesetzt und gelebt werden", so Piel. Berater Holger Ohmann betonte die Bedeutung von gegenseitigem Verständnis und Wertschätzung, um eine erfolgreiche Nutzen-Strategie aufzubauen. Aufgrund der solidarischen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung gebe es "erschwerte Faktoren" bei den Verhandlungen, sagte BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek einführend. Dabei spiele das Erstgespräch oft eine entscheidende Rolle. "Eine bewusste, präzise und kompetente Kommunikation ist daher von Anfang an ein absolutes Muss", so Piossek.