Marketing und Kommunikation stehen in der MedTech-Branche vor einem tiefgreifenden Wandel. Durch die immer stärkere Nutzung von mobilen Endgeräten und weniger rechtliche Hindernisse gibt es für die Unternehmen der Medizintechnologie neue Potenziale, um durch verständliche und kontinuierliche Kommunikation über den Nutzen von Medizinprodukten für Vertrauen bei Patienten, Ärzten und Krankenkassen zu werben.
Das war das Fazit der 9. MedTech-Kommunikationskonferenz von MedInform mit dem Titel "Marketing und Kommunikation von Medizinprodukten im Wandel" am 4. Juni in Berlin. "Ärzte und Patienten nutzen zunehmend das Internet zur Informationsbeschaffung, aber sie erwarten dabei nutzbringende und verständliche Informationen der MedTech-Unternehmen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind", so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.
Eine wachsende Bedeutung für den Dialog mit Ärzten spielen Ärztenetzwerke, machte Coliquio-Gründer Felix Rademacher deutlich. 80 Prozent der Ärzte würden sich den verstärkten Dialog mit der Industrie wünschen. Auch die Fachmedien haben sich auf den Wandel eingestellt. Die Ärzte erwarten neben Fachinformationen auch Diskussionsforen und verschiedene Informationskanäle, so Wolfgang van den Bergh von Springer Medizin.
Bei den Zielgruppen Patienten und Angehörige stehen die Unternehmen in der Verantwortung, Standards zur Erstellung guter, evidenzbasierter und aktueller Gesundheitsinformationen einzuhalten, erläuterte Dr. Klaus Koch vom IQWiG. Unternehmen müssen das Thema Social Media strategisch angehen. Dazu gehört die Anbindung an die Konzernstrategie und die Kommunikationsziele, sagte Matthias Koslowski von B. Braun. Dann könnten auch geeignete Kennzahlen für die Erfolgsmessung abgeleitet werden, verdeutlichte Berater Ralf-Thomas Hillebrand. Wichtig sei, dass die Unternehmen die eigenen Mitarbeiter für Social Media gewinnen und über diese aktiv im Social Web kommunizieren, so Kommunikationsberater Klaus Eck. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Medizinprodukte-Unternehmen haben sich dabei weiter verbessert, erklärten die Rechtsanwälte Dr. Ulrich Reese und Marc L. Holtorf. Nach der jüngsten HWG-Novelle können sogar Ärzte und Prominente als Testimonials gegenüber einem Laienpublikum agieren. Eine neue kommunikative Herausforderung ist das "Employer Branding", um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, zeigte Nadine Dusberger von Edelman auf.
Ein ausführlicher Bericht über die Kommunikationskonferenz folgt in GP 7/2013.