Zur Herstellung von Prothesenschäften und Orthesen bedarf es einer Vielzahl an Werkstoffen, wie Harze, Fasern, Thermoplaste und Klebstoffe. Unter Greenline bündelt das Medizintechnikunternehmen Ottobock verschiedene Materialien, die nach eigenen Angaben umweltfreundlicher sowie für Orthopädietechniker in der Verarbeitung risikoärmer sind. Damit komme Ottobock auch dem Wunsch nach mehr Sicherheit am Arbeitsplatz nach.
„Wir wollen Orthopädiefachkräften und ihren Patienten Lösungen an die Hand geben, die den Bedarf nach ökologischeren Materialien mit gleichbleibender Funktionalität vereint“, erläutert Oliver Jakobi, CEO/CSO von Ottobock.
In Kürze folgen zwei weitere Produktneuheiten. Das Orthesen-Schienensystem UCAST kommt bei Fehlstellungen der Gelenke sowie bei Frakturen der oberen Extremitäten zum Einsatz. Dabei besteht das Hilfsmittel lediglich aus zwei Komponenten, teilt Ottobock mit: das nachhaltige Thermoplast Woodcast auf Espenholz- und Polymerbasis sowie die selbstklebende Bandage, die sich bei der Anpassung mit dem Thermoplast verbindet. Das Orthesensystem besteht aus biologisch abbaubarem Material und ist frei von Mikroplastik. Gleichzeitig sei das zugehörige Thermoplast-Gemisch Woodcast leicht formbar, auch an schwierigen Stellen, wie den Fingern. Dabei ist es doppelt so stabil wie Gips, ähnlich wie Glasfasern.
Außerdem stellt Ottobock auf der OTWorld das Armierungsmaterial Flachsfaser vor. Eingesetzt wird der zu 100 Prozent nachwachsende Rohstoff zur Herstellung von Laminaten für Prothesenschäfte der unteren Extremitäten. „Hinzu kommt noch ein eigens entwickelter Legeplan. Er erklärt den Orthopädietechnikern Schritt für Schritt, wie die Flachsfasern zu einem sicheren Schaft verarbeitet werden. Die Schaftherstellung aus Flachsfasern gehört nämlich nicht standardmäßig zu ihrer Ausbildung“, erläutert Produktmanager Lars Hellmich. „Mit dem Legeplan werden Flachsfasern zu einer echten Alternative zu Karbon, da es so etwas auf dem Markt bislang nicht gibt. Für was sich der Techniker aber entscheidet, liegt schlussendlich bei ihm.“