Verringerte Sturzgefahr, mehr Mobilität und besseres Gleichgewicht: Die computergesteuerte Beinorthese C-Brace ermöglicht alltägliche Bewegungsabläufe wie Hinsetzen, Gehen und Treppensteigen besser als herkömmliche Beinorthesen. Das belegt eine im September 2023 veröffentlichte internationale Studie, teilt das Medizintechnikunternehmen Ottobock mit.
Im Zentrum der randomisierten, kontrollierten Cross-over-Studie stand der Vergleich des C-Brace zu herkömmlichen Beinorthesen, sogenannte KAFOs (Knee-Ankle-Foot Orthoses) und SCOs (Stance Control Orthoses). Als nach eigenen Angaben weltweit erste und einzige SSCO (Stance and Swing phase Controlled Orthosis) reguliert das C-Brace sowohl die Stand- als auch die Schwungphase beim Gehen und sorgt damit für einen dynamischeren und feinfühligeren Gang. Während KAFOs und SCOs lediglich das Kniegelenk sperren oder öffnen und damit funktional begrenzt sind, unterstützt die Sensortechnologie den gesamten Gangzyklus.
Primäres Ziel der Untersuchung war, das Gleichgewicht je nach Orthese anhand der Berg-Balance-Scale (BBS) zu bewerten. Als sekundäre Kriterien standen tatsächliche Stürze, Mobilität, Funktion und Lebensqualität im Fokus. Prof. Dr. Frank Braatz, Professor für Orthobionik, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Physikalische und Rehabilitative Medizin am Zentrum für Healthcare Technology der Privaten Hochschule Göttingen, war der Leiter dieser internationalen klinischen Studie. 102 Patientinnen und Patienten aus 13 Studienzentren in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und den USA nahmen daran teil.
„Es geht um das Wiedererlangen der Selbstständigkeit, um die maximale Teilhabe am Leben. Für Menschen mit neurologischen Erkrankungen, die muskuläre Defizite bei der Kontrolle des Kniegelenks haben, etwa nach Inkomplettem Querschnitt oder Poliomyelitis, bedeutet das eine höhere Lebensqualität. Die Tests haben eine signifikante Verbesserung der Berg-Balance-Scale durch das C-Brace gezeigt. Das sind Leistungen und Funktionen, die andere Orthesen in dem Maß schlicht nicht erreichen können und die auch die Patientensicherheit erhöhen“, ordnet Prof. Dr. Frank Braatz die Ergebnisse ein.