Zwei Jahre Entwicklung
Dass so eine Hightech-Einlage nicht über Nacht entsteht, hat Lais Kriwat am eigenen Leib erfahren müssen. Denn von der ersten Überlegung, einen Pulverdrucker als Ergänzung für die eigene Druckerfarm zu kaufen, bis zur fertigen Einlage sind zwei Jahre ins Land gezogen. „2022/23 haben wir überlegt, ob die Anschaffung für uns wirtschaftlich Sinn macht. Immerhin haben wir damit das größte Investment in unserer Unternehmensgeschichte getätigt. Mein Vater war zwar eng in den Prozess eingebunden, aber am Ende war ich verantwortlich, dass die Produktion läuft. Es war ein Entstehungsprozess, vom Modellierungsprozess hin zum fertigen Produkt. Wie fühlt sich eine Wandstärke von 1,4 Millimetern beim gedruckten Objekt an? Beim SLS-Druck dauert ein Druckvorgang aktuell rund 24 Stunden. Also sitzt man in der Erprobungsphase auf heißen Kohlen und hofft, dass dein Gedanke, den du umgesetzt hast, auch funktioniert.“ Nach Anschaffung des Druckers dauerte es laut Kriwat, der 2021 in die Geschäftsleitung einstieg und seit März 2024 Geschäftsführer der Kriwat GmbH ist, noch gut ein Jahr, bis die Endprodukte vollends überzeugten.
Aktuell entstehen bei Kriwat rund 20% aller Einlagenversorgungen aus den Druckern, die anderen 80 Prozent werden traditionell gefertigt. „Allerdings steckt auch in diesen Einlagen ein Stück 3D-Druck“, schmunzelt Kriwat. Denn 95% der traditionell gefertigten Einlagen verfügen über 3D-gedruckte Versteifungskerne, mit denen Platzkapazitäten in den Druckern aufgefüllt wurden. Aber nicht nur Versteifungskerne kommen aus dem Drucker: „Einer unserer Mitarbeiter benötigt für sein Segelboot eine spezielle Mutter. Die drucken wir inzwischen auch einfach. Dabei lernen wir hinzu, und für unseren Mitarbeiter, der sich in seinem Arbeitsprozess umstellen musste, ist es einfach ein Benefit“, erklärt Lais Kriwat.