Ob unter Federführung des BIV-OT oder der Krankenkassen-ARGE eGesundheit Deutschland: Aktuell befassen sich mehrere Pilotprojekte mit der Einführung der elektronischen Verordnung für sonstige Leistungserbringer. Wird am Ende die Gematik das Zünglein an der Waage spiele?
„Jeder Pilot hat seine Daseinsberechtigung“, beantworte Maria Parsch (Gematik) die Publikumsfrage diplomatisch. Auch Andreas Fischer von der Opta Data Gruppe sieht in mehreren Projekten keinen Nachteil. Dadurch könne der Prozess aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden. Die Gematik werde später „glasklare Standards“ setzen. Auch für Klaus Rupp heißt es nicht „entweder – oder“. Die Projekte legten unterschiedliche Schwerpunkte, die in einem Projekt gar nicht erprobt werden könnten.
Die einzelnen Berufsgruppen starten mit unterschiedlichen digitalen Reifegraden in die e-Verordnungs-Zukunft. „Die Pflege fängt an aufzuwachen“, sagte Sandra Stange (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste). Ein Problem sei, dass die gesamte Telematikinfrastruktur (TI) „arztzentriert“ konzipiert sei. Etwas anders sieht die Situation in der Sanitätshausbranche aus. Dank der digitalen Genehmigungsprozesse für viele Hilfsmittel sei sie bereits relativ gut aufgestellt, erläuterte Rupp. Daher könne auf die entsprechenden Schnittstellen zu den Branchensoftware-Lösungen aufgesetzt werden.
Knackpunkt Schulung
Die Runde war sich einig: Damit sich die eVerordnung für sonstige Leistungserbringer durchsetzt, müssten ihre Mehrwerte verständlich erläutert und die Mitarbeitenden geschult werden. Denn: „Anbindung ist nicht gleich Nutzung“, stellte Sandra Stange klar. In der Pflege seien digitale Kompetenzen nicht Bestandteil der Ausbildung. Allerdings bleibe im Arbeitsalltag häufig wenig Luft für Weiterbildung, ergänzte Andreas Fischer.
Die eVerordnung lebt vom Mitmachen der Leistungserbringer, hoben Rupp und Fischer hervor. Das erfordere ein wenig Mut und Durchhaltevermögen, da der Nutzen für die Leistungserbringer aktuell noch begrenz sei. Fischer: „Wir stehen ein bisschen vor dem Henne/Ei-Problem.“