Die Kopfstütze ist das Ergebnis eines interdisziplinären Fünfjahresprojekts der Universität Sheffield (Großbritannien) und habe sich seit 2018 bereits vielfach bewährt, teilt der deutsche Vertriebspartner Prowalk mit.
ALS ist eine neurodegenerative Erkrankung, die häufig mit dem Verlust der Kraft der Hals- und Nackenmuskulatur einhergeht. Dann fällt der Kopf des Patienten zur Seite oder nach vorne. Bislang ähnelten viele Kopfstützen, die ALS-Patienten zur Verfügung stehen, den Halskrausen, die nach einem Schleudertrauma verwendet werden, oder weichen Schaumstoff-Halskrausen, die beim Cervikal-Syndrom zur Anwendung kommen, so Prowalk. Die Halskrausen für Patienten nach Schleudertrauma schränkten konstruktionsbedingt jegliche Restbewegung des Kopfes ein. Die weichen Schaumstoff-Halskrausen wiederum böten wenig Halt und führten dazu, dass die Patienten aufgrund des Hitzestaus unter dem Schaumstoff schwitzen und sich unwohl fühlen.
ALS-Patienten waren bei der Entwicklung dieser Kopfstütze miteingebunden. Neurologieprofessor Chris McDermott von der Universität Sheffield sagt: „Wir haben bei der Entwicklung den Patienten gut zugehört, was für sie im Alltag wichtig ist und was den größten Einfluss auf eine Verbesserung ihre Lebensqualität haben wird.“
Die neue Kopfstütze bietet nach eigenen Angaben eine individuell anpassbare Unterstützung für den Patienten. Besonders für die kleinen Nackenmuskeln, die für den Kraftverlust und die Abnahme der Kopfkontrolle verantwortlich sind, soll der HeadUp Collar bestmöglichen Halt und Unterstützung bei gleichzeitig ausreichender Beweglichkeit bieten. In einer wissenschaftlichen Studie hätten McDermott und sein Team die Effektivität des Hilfsmittels belegen können.