Eine aktuelle Branchenumfrage des Verbandes „Wir versorgen Deutschland“ (WvD) zeigt: Fast 70 Prozent der Sanitätshäuser verbringen mehr als ein Drittel ihrer Zeit mit Verwaltung – Tendenz steigend. Hauptgrund dafür sind über 1.000 Einzelverträge mit einer Vielzahl an weiteren Detailregelungen zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern.
„Der politische Wille zur Entlastung fehlt bislang“, so Detlef Möller, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Rehavital und selbst Geschäftsführer der Stolle Unternehmensgruppe. „Formularflut, unterschiedliche Abrechnungswege und regionale Sonderregelungen schaffen unnötige Bürokratie – zum Nachteil der Patientinnen und Patienten.“
„Wir dürfen Fachkräfte nicht in der Verwaltung binden, während durch den Fachkräftemangel zugleich Zeit für die Patientenversorgung fehlt. Die derzeitige Vertragslandschaft mit einer mittlerweile nahezu unüberschaubaren Anzahl von unterschiedlich formulierten Verträgen ist nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen einen politischen Impuls für einen einheitlichen Administrativen Rahmenvertrag, der die Versorgung schneller und gerechter macht“, fordert Möller.
Der Administrative Rahmenvertrag soll die rechtlichen und administrativen Beziehungen zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern verbindlich regeln. Künftige Verhandlungen könnten sich so auf Preise und Leistungen konzentrieren.
„Ein einheitlicher Administrativer Rahmenvertrag ist ein überfälliger Schritt, um die Versorgung zu verbessern“, betont Detlef Möller. „Die Einführung eines solchen Vertragsmodells ist kein revolutionärer Systemwechsel – sondern ein pragmatischer Schritt zu mehr Effizienz und Versorgungssicherheit.“
Die Rehavital fordert die Politik auf, den Vorschlag aktiv aufzugreifen und in die gesundheitspolitischen Reformen einzubinden.