Viele Berufstätige haben offenbar große Lasten zu tragen: Laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse verursachten Rückenschmerzen im vergangenen Jahr die meisten krankheitsbedingten Fehltage bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer – abgesehen von saisonbedingten Erkältungen.
Allein aufgrund der Diagnose Rückenschmerzen verzeichnete die KKH 2024 rund 142 Krankheitstage pro 100 ganzjährig versicherte Mitglieder. Das sind knapp 20 Prozent mehr als noch 2019 (rund 118 Tage). Auch die Fälle von Rückenschmerzen haben innerhalb dieser fünf Jahre deutlich zugenommen: 2019 erhielt noch jeder 13. eine entsprechende Diagnose, im vergangenen Jahr war es bereits jeder achte Berufstätige. Das teilte die KKH mit.
Für Rückenschmerzen gibt es keine eindeutige Ursache. Zu den Risikofaktoren zählen Bewegungsmangel, ergonomische Faktoren am Arbeitsplatz – etwa häufiges Heben schwerer Lasten, langes Stehen oder ungünstige Sitzpositionen vor allem bei mobilen Bürotätigkeiten mit ständig wechselndem Arbeitsplatz – sowie Übergewicht. „Rückenbeschwerden, die keine organische Ursache haben, hängen häufig mit psychischem Stress zusammen. Seelische Belastungen können zu Muskelverspannungen und einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit führen. Umgekehrt können chronische Rückenschmerzen psychische Probleme wie Depressionen verstärken oder auslösen“, erläutert KKH-Arbeitspsychologin Antje Judick. „Es gibt ja die Redewendung: Jemand hat eine schwere Last zu schultern oder etwas lastet auf den Schultern. Dies beschreibt ganz gut die körperliche Reaktion auf emotionalen Stress durch Probleme, Sorgen oder Verpflichtungen, da die Schultern und der Nacken die Last psychischer Anspannungen zu tragen scheinen.“