Das Fehlen einer Verbandmittel-Definition habe in den letzten Jahren zu wiederkehrenden Konflikten zwischen den Kostenträgern und den Herstellern über die Erstattung spezieller Wundauflagen, teilt die Initiative für moderne und phasengerechte Wundversorgung im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mit. Jetzt schuf der Gesetzgeber eine Definition für Verbandmittel, welche die meisten etablierten Verbandmittel einschließt, die heute eingesetzt werden. Er sichere damit auch die Erstattung für Wundverbände zur hydroaktiven Wundbehandlung.
"Damit alle an der Versorgung Beteiligten schnell und ausführlich über die gesetzliche Neuregelung informiert sind und eine etwaige Verunsicherung über die Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit verhindert wird, informiert der Bundesverband Medizintechnologie und seine Mitgliedsunternehmen intensiv die Fachöffentlichkeit und Patienten", so Daniela Piossek, Referatsleiterin ambulanter Gesundheitsmarkt im BVMed. Veränderungen der Rahmenbedingungen erzeugten häufig Verunsicherungen insbesondere bei den Verordnern. Dies könnte direkte Auswirkungen auf die notwendige Versorgung der Patienten zum Beispiel mit chronischen Wunden führen. Das gilt es aus Sicht des BVMed zu verhindern. "Die Definition für Verbandmittel bildet den aktuellen Versorgungsstandard ab und verhindert qualitative Einbußen für die individuell notwendigen Behandlungsstrategien der Vertragsärzte. Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, d.h. in Richtung einer besseren Versorgung von Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden", betont Piossek.
Der BVMed unterstützt die gesetzliche Regelung, da Konflikte über die Erstattungsfähigkeit zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern künftig deutlich seltener auftreten dürften und die Patienten weiterhin eine moderne, phasengerechte Verbandmittelversorgung ohne erweiterte Leistungsausschlüsse erhalten werden. Aufzahlungen aus der eigenen Tasche würden verhindert. Die Hersteller gewinnen zudem klare Rahmenbedingungen, unter denen sie langfristig Produkte entwickeln und zur Verfügung stellen können, so die BVMed-Initiative.