Schlaganfall-Betroffene sind oft auf Hilfsmittel angewiesen, um ein normales Leben führen zu können. „Doch der Schlaganfall ist eine komplexe Erkrankung, und viele Sanitätshäuser sind nicht gut auf die Versorgung von Betroffenen vorbereitet“, erklärt Anna Engel, Physiotherapeutin und Projektleiterin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, in einer Mitteilung. „Betroffene brauchen nicht nur eine intensive Beratung, sondern auch eine individuelle Anpassung von Hilfsmitteln und eine qualifizierte Anleitung im Umgang damit.“ Die Stiftung habe deshalb gemeinsam mit externen Fachleuten ein Qualifizierungsprogramm für Fachberaterinnen und -berater entwickelt. Erstes Haus in Ostwestfalen-Lippe, das das Schulungsprogramm absolviert hat und mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet wurde, ist das Gütersloher Sanitätshaus Mitschke.
„Die Teilnehmenden erhalten umfangreiches Wissen rund um das Krankheitsbild Schlaganfall. Sie lernen, wie man Angehörige in die Versorgung einbezieht und erhalten eine Anleitung für die Beratung der Betroffenen“, erläutert Anna Engel und nennt ein Beispiel: „Viele Patienten leiden unter Konzentrationsstörungen. Da ist es sinnvoll, die Ergebnisse eines Beratungsgespräches schriftlich festzuhalten.“
Qualitätszirkel für eine bundesweite Qualifizierung
Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat einen Qualitätszirkel eingerichtet, der die Qualifizierung von Fachberaterinnen und -beratern in Sanitätshäusern bundesweit weiterentwickeln soll. Mit dabei: Sebastian Ziemba, zuständiger Projektleiter aus dem Mitschke-Team. Anfang Oktober traf sich der Zirkel mit Sanitätshaus-Vertreterinnen und -Vertretern aus ganz Deutschland in Gütersloh. Diskutiert wurde u.a über die neuen Richtlinien zur Empfehlung von Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln durch Pflegefachkräfte.