Umsätze der deutschen Textil- und Modeindustrie stagnieren
Der Gesamtumsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie wuchs 2016 um insgesamt 0,2 Prozent auf rund 32 Mrd. Euro (einschließlich Schuh- und Lederwarenindustrie). Besonders wichtig: Stoffe für die Medizintechnik.
08.03.2017
Tobias Kurtz
2 Minuten
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Während der Umsatz mit Textilien um 2,9 Prozent wuchs, sank der Umsatz mit Bekleidung um 3,8 Prozent, teilte der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie GermanFashion mit. "Stärkste Segmente sind vor allem Vliesstoffe sowie Technische Textilien für Anwendungen in der Medizintechnik, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Bautechnik", erklärte Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie. "Hier sind deutsche Unternehmen weltweit führend. Außerdem bieten Smart Textiles mit der Integration von Technik und Elektronik in Textil ganz neue Märkte für die langfristige Zukunft."
Smart Textiles integrieren Elektronik in Textilien und bieten neue Anwendungen in verschiedensten Bereichen. Eine sensorische Schuhsohle erstellt beim Gehen Daten für orthopädische Diagnosen. Beispiele finden sich in derBroschüre "Smart Textiles: Licht, Wärme, Daten aus der Faser".
Gerd Oliver Seidensticker, Präsident von GermanFashion, ergänzt: "Die deutsche Modeindustrie stand in 2016 vor vielen Herausforderungen. Erfreulicherweise läuft der Exportmotor wieder. Die großen Verluste auf einst starken Märkten wie Russland konnten anderswo wettgemacht werden, so dass wir im Export ein leichtes Plus von 1,4 Prozent zu verzeichnen haben."
Die Textil- und Modeexporte stiegen um 1,2 Prozent. Neben deutschen Modemarken sind vor allem Technische Textilien für den Zuwachs verantwortlich. Das Exportvolumen lag 2016 auf dem Rekordniveau von 26,6 Mrd. Euro.
Die Geschäftsentwicklung für 2017 beurteilen viele Unternehmen laut einer Verbandsumfrage neutral oder positiv: Etwa 45 Prozent gehen von einem Umsatzwachstum aus, rund 45 Prozent erwarten etwa gleichbleibende Umsätze. Der Verband prognostiziert für 2017 ein Umsatzwachstum von 1,7 Prozent.