Standortschließungen nicht ausgeschlossen
Die seit Jahren anhaltenden Kostensteigerungen betreffen alle Hersteller und können – anders als im freien Markt anderer Branchen – im Vertragssystem der gesetzlichen Krankenversicherung nicht oder nur teilweise weitergegeben werden. Dies wird als wachsende Gefahr für den Hilfsmittelstandort Deutschland eingestuft. 43 Prozent der Befragten geben an, Produktionen bereits jetzt oder zukünftig ins Ausland zu verlagern. Erstmals seit Einführung des Branchenbarometers halten die Befragten Standortschließungen für möglich. 14 Prozent geben an, diesen Schritt bei anhaltender Belastung in Erwägung ziehen zu müssen. 75 Prozent befürchten eine Einschränkung ihres Portfolios und damit auch der Versorgungsvielfalt. Erschwerend hinzu kommt aus Sicht von 72 Prozent (2023: 47 Prozent) der Hersteller der immense Fachkräftemangel im Sanitätsfachhandel und in den orthopädie(schuh)technischen Betrieben.
„Eine verlässliche und hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten, stellt für die Branche eine Herausforderung dar, mit der sie nicht allein gelassen werden darf. Damit langfristig verlässlich produziert und versorgt werden kann, dürfen Preissteigerungen nicht einseitig zu Lasten der Hersteller und Leistungserbringer gehen. Deshalb müssen Festbeträge als sinnvolles Instrument zur Ausgabenregulierung rechtssicher sein und – wie auch die Vertragspreise – jährlich marktgerecht angepasst werden. Verstetigt sich der Fachkräftemangel seitens der Leistungserbringer und damit das Defizit an qualifizierter Versorgung, wird dies von der Industrie konzeptionell aufgefangen werden müssen. Auch dies gilt es in marktgerechten Erstattungspreisen zu berücksichtigen“, sagt Oda Hagemeier.