Dieses Zeitfenster müsse nun entschlossen für konkrete Verhandlungen genutzt werden, teilt der deutsche Industrieverband mit. Klares Ziel sei, Zölle dauerhaft abzuwenden und die Grundlage für ein umfassendes transatlantisches Freihandelsabkommen zu schaffen, wie es auch im aktuellen Entwurf des Koalitionsvertrags fest verankert ist.
Besonders stark betroffen von den US-Zöllen seien spezialisierte Branchen wie die Medizintechnik und die Labortechnik. Diese Industrien seien oft an öffentliche Ausschreibungen gebunden, was eine Weitergabe von Preissteigerungen unmöglich macht. Die Konsequenz laut Spectaris: Produktionsverzögerungen, wirtschaftliche Belastungen und letztlich eine eingeschränkte Verfügbarkeit medizinischer Produkte – auch für amerikanische Patientinnen und Patienten.
Ein zentrales Thema bleibe China: Die deutsche Hightech-Industrie steht zwischen zwei wirtschaftlichen Schwergewichten. Es gilt, strategische Unabhängigkeit zu stärken, ohne Unternehmen in ein Dilemma zwischen den USA und China zu zwingen.
„Die nächsten 90 Tage entscheiden über die Zukunft des transatlantischen Handels. Jetzt braucht es eine starke deutsche Stimme in Europa, um entschlossen und sachorientiert in die Verhandlungen mit den USA einzusteigen. Was auf dem Spiel steht, ist mehr als Marktanteil – es geht um unsere Fähigkeit, Hightech-Innovation zu sichern und internationale Versorgungsketten zu stabilisieren,“ erklärt Jörg Mayer, Geschäftsführer von Spectaris.