Nach Angaben des Industrieverbandes Spectaris lag das Inlandsgeschäft mit 9,2 Mrd. Euro um fast 13 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Auslandsgeschäft konnte um 11 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro gesteigert werden Die Zahl der Beschäftigten stieg um 4 % auf rund 130.000 Mitarbeiter.
Der schwache Eurokurs, niedrige Ölpreise und eine weiterhin eher expansive Geldpolitik hätten die weltweite Nachfrage begünstigt, führt der Verband aus. Daneben profitiert die Branche von der demografischen Entwicklung sowie von der Etablierung und Modernisierung der Gesundheitssysteme in den Schwellenländern. Im Inland führten Nachholeffekte und eine allgemein positive Verbraucherstimmung zu Zuwächsen. Aufgrund hoher Entwicklungsaufwendungen und zunehmender Komplexität der regulatorischen Anforderungen sowie Kostendämpfungsmaßnahmen der Ausgabenträger bleibe die Ertragslage vieler Unternehmen aber angespannt.
Angesichts einer Exportquote von knapp 70 Prozent kommt dem Auslandsgeschäft eine hohe Bedeutung zu. Rund 40 Prozent der deutschen Medizintechnikausfuhren gehen aktuell in EU-Länder. Daher war die robuste Nachfrageentwicklung in diesen Ländern (+9%) eine wichtige Basis für das Branchenwachstum. Daneben haben sich eine deutliche Belebung des Nordamerikageschäfts (+16%) sowie in Asien (+16%) und anderen Schwellenländern aufgrund von Investitionen in das Gesundheitswesen positiv auf die Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr ausgewirkt. Das Russlandgeschäft (-25%) wird dagegen weiterhin als schwierig beurteilt.
Auf das Jahr 2016 schauen die Unternehmen trotz einer vorhandenen Unsicherheit grundsätzlich optimistisch, so der Verband. Insgesamt wird ein erneutes, aber voraussichtlich schwächeres Umsatzwachstum als 2015 erwartet.