Die weit überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland (84 Prozent) sieht die Digitalisierung des Gesundheitswesens mittlerweile vor allem als Chance – vor einem Jahr waren es noch 74 Prozent und erst 60 Prozent im Jahr 2022. 14 Prozent sehen in der Digitalisierung demgegenüber ein Risiko (2023: 25 Prozent, 2022: 35 Prozent). „Die Digitalisierung des Gesundheitssystems hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht, und dies wird von den Menschen erkannt und geschätzt“, betont Bitkom-Vizepräsidentin Christina Raab. Wichtig sei daher auch die gezielte Förderung der digitalen Kompetenzen der Patientinnen und Patienten. Mit Blick auf weitere wichtige Digitalgesetze im Gesundheitsbereich appelliert Bitkom an die Politik, den nun eingeschlagenen Weg konsequent fortzuführen. „Das deutsche Gesundheitswesen ist sehr komplex. Es ist daher wichtig, dass die Koordinierung der einzelnen digitalen Maßnahmen und die Stärkung der Interoperabilität zentral durch die geplante Digitalagentur für Gesundheit gesteuert werden“, betont Raab. „Die Weiterentwicklung der Gematik ist im Kern richtig. Kritisch bewertet Bitkom allerdings die im aktuellen Gesetzentwurf festgehaltene Absicht, dass die Gematik selbst bestimmte Anwendungen entwickelt oder ausschreiben soll. Digitale Lösungen müssen im Wettbewerb entstehen und entwickelt werden, der Wettbewerb ist der beste Treiber von Innovationen zum Wohle der Patientinnen und Patienten.“
Die geplante Apothekenreform, die ebenfalls am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll, sieht Bitkom als große Chance zur Stärkung der Digitalisierung im Gesundheitssystem. Im Entwurf führt das BMG erstmalig den rechtlichen Begriff der Tele-Pharmazie ein. Insbesondere in Zeiten einer sinkenden Apothekendichte und in ländlichen Regionen könnte somit eine Versorgungslücke geschlossen werden. Auch im geplanten „Gesundes-Herz-Gesetz“ sollte die Tele-Pharmazie aus Bitkom-Sicht ausdrücklich berücksichtigt werden. Die geplante Ausweitung von pharmazeutischen Dienstleistungen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere solche, die reine Beratungsservices beinhalten, erfordern nicht zwangsläufig die physische Anwesenheit der Patientinnen und Patienten. Raab: „Die jahrelange Stagnation im Gesundheitswesen ist überwunden. Wenn Deutschland die Potenziale der Digitalisierung noch besser nutzt, kann unser Gesundheitssystem trotz aller Herausforderungen leistungsfähig und bezahlbar bleiben.“
Dies ist nur ein Ausschnitt der Studie. Die vollständige Studie lesen Sie ab August in Ausgabe 8 von GesundheitsProfi.