Die COVID-19-Pandemie hat das Gesundheitsverhalten der Deutschen verändert: So sagt rund jeder Vierte, dass er sich psychisch stärker belastet fühlt und weniger Sport getrieben hat. Nur beim Gesundheitsfaktor Ernährung gibt es eine positive Trendwende durch die Pandemie: 24 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben stärker auf ihre Ernährung geachtet – fast alle möchten das auch in Zukunft so beibehalten. Das sind Ergebnisse der Studie „Ein neues Gesundheitsbewusstsein für Deutschland? Leben mit der Pandemie“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.
Die Deutschen wissen, dass ihr Lebensstil ein wesentlicher Faktor für ein langes, gesundes Leben ist: So bestätigt die größte Gruppe mit 37 Prozent, dass es vor allem auf Verhaltensfaktoren wie Bewegung oder Ernährung ankommt. Mit 55 Prozent schreibt die Mehrheit die Verantwortung für das Thema Gesundheit dem jeweiligen Menschen selbst zu. Gleichzeitig wächst aber im Vergleich zu einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2019 die Zahl derer, die die Verantwortung bei staatlichen Stellen, vor allem dem Bundesgesundheitsministerium, sehen: von 25 auf 33 Prozent. Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC, sagt: „Präventionsangebote sollten daher zügig ausgebaut werden. Der Wunsch nach erweiterten Präventionsangeboten durch Ärztinnen/Ärzten, Apps und Co. hat nahezu jeder zweite Deutsche auch in unserem ,Healthcare-Barometer 2021‘ formuliert. Er bedeutet allerdings auch, dass die Kostenträger die Möglichkeit erhalten und nutzen müssen, die Finanzierung für diese Präventionsangebote nicht nur anhand von Leistungs- (status quo), sondern auch anhand von Präventionskriterien festzulegen.“
Die psychische Belastung ist während der COVID-19-Pandemie spürbar gestiegen. 70 Prozent haben sich vor allem mit der Gefahr, sich mit dem Virus anzustecken, beschäftigt. „Die Angst vor der Ansteckung mit dem Virus ist so groß, dass knapp 20 Prozent der Befragten Gesundheitsleistungen wie Haus- und Facharztbesuche oder Zahnkontrollen verschoben haben. Auch das ist ein Faktor, der sich negativ auf die Gesundheit der Deutschen auswirken kann“, erklärt Michael Burkhart.
Zurückhaltung bei Apps und Wearables
Nach Informationen zur Verbesserung ihrer Gesundheit suchen die Befragten auch im Internet über das Smartphone, wie 38 Prozent angeben – vermehrt seit Beginn der Pandemie. Andere Technologien wie Wearables, Apps oder sprachfähige Geräte nutzen die Bürgerinnen und Bürger hingegen zurückhaltend. Vier von zehn Deutschen setzten derzeit noch keine Technologien zur Unterstützung ihrer Gesundheit ein. „Dennoch sehen wir beim Thema Digitalisierung einen leichten Aufwärtstrend. Der Anteil derer, die Technologien nutzen, ist gegenüber 2019 um fünf Prozentpunkte gestiegen. Ich bin davon überzeugt, dass Apps ebenso wie Video-Sprechstunden auch durch die Pandemie sprunghaft an Bedeutung gewinnen werden. Der Schub für die Telemedizin wird in unserer kommenden Vergleichsbefragung schon sichtbar sein“, prognostiziert Sevilay Huesman-Koecke, International Director und Head of Business Development im Bereich Gesundheitswirtschaft bei PwC.
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