Die Exportquote der mittelständisch geprägten hiesigen Medizintechnikbranche liegt bei 68 Prozent des Umsatzes. Fast 18 Prozent der deutschen Ausfuhren gehen bereits heute in das wichtigste Zielland – die USA. Allerdings stagniert der Absatz seit einigen Jahren.
Durch einen kompletten Verzicht auf Zölle könnte der Absatz zwar bereits geringfügig gesteigert werden. Hinderlicher als tarifäre Handelshemmnisse für zusätzliches Wachstum sind jedoch die nichttarifären Handelshemmnisse wie unterschiedliche Normen, Standards und Zertifizierungen in der Medizintechnik. Insbesondere für kleinere Unternehmen führen diese zu hohen Kosten für die doppelten Zulassungsverfahren und erschweren damit den Marktzutritt.
Im Gegensatz zum GKV-Spitzenverband, der sich durch TTIP eine Zulassungsverschärfung und stärkere Regulierung für die Medizintechnik und insoweit eine Harmonisierung der Zulassungsverfahren nach amerikanischem Vorbild erhofft, plädiert die deutsche Medizintechnikindustrie für eine gegenseitige Anerkennung: Eine Zulassung eines Medizinproduktes in Europa bewirkt automatisch eine Zulassung in den USA und umgekehrt ("once approved, everywhere accepted")."
Spectaris: Innovationskraft stärken
Ziel von TTIP muss aus Sicht der Medizintechnikindustrie unter Wahrung der höchstmöglichen Patientensicherheit und des sehr hohen Qualitäts- und Verbraucherschutzniveaus auch der Erhalt und die Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der mittelständisch geprägten Medizintechnikbranche sein", meint Kuhlmann. Das Freihandelsabkommen biete hierzu eine gute Chance, wenn auf gegenseitige Anerkennung gesetzt werde.