Fachkräftemangel, Wartezeiten und Bürokratie im Fokus
Als größte Herausforderung im deutschen Gesundheitswesen sehen 62 Prozent der Befragten den Mangel an medizinischem Fachpersonal. Auf Platz zwei folgen zu lange Wartezeiten (48 %), gefolgt von übermäßiger Bürokratie (41 %). Letztere wird in keinem anderen Land so häufig als Problem genannt wie in Deutschland – weltweit liegt der Durchschnitt bei lediglich 23 Prozent.
Drei Viertel der Bundesbürger (75 %) geben an, dass es zu lange dauert, einen Arzttermin zu bekommen – ein Anstieg von zehn Prozentpunkten seit 2018. Nur 32 Prozent finden den Zugang zu ärztlicher Versorgung in ihrer Region als einfach.
Auch der Blick in die Zukunft fällt pessimistisch aus: Nur 7 Prozent der Deutschen glauben, dass sich das Gesundheitssystem in den kommenden Jahren positiv entwickeln wird – ein Wert, der mit Frankreich und den Niederlanden vergleichbar ist.
Ein weiteres Ergebnis betrifft die psychische Gesundheit: 48 Prozent der Deutschen sehen sie als das derzeit größte gesundheitliche Problem im Land. 52 Prozent fühlten sich im vergangenen Jahr mindestens einmal so gestresst, dass sie die Anforderungen des Alltags nicht mehr bewältigen konnten – bei 35 Prozent war der Stress so stark, dass sie zeitweise nicht zur Arbeit gehen konnten.
Der Ipsos Health Service Report 2025 legt damit offen: Die Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen sind nicht nur struktureller, sondern zunehmend auch gesellschaftlicher Natur.