„Viele Krankenkassen ignorieren Kostensteigerungen, demografische Entwicklung, stetig steigende Anforderungen wegen Vorrang der ambulanten Versorgung und Lieferkettenprobleme“, beschrieb Rechtsanwalt Peter Hartmann auf der am 25. Januar in Hamm das derzeitige Verhältnis zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen. Stattdessen bauten sie bürokratische Hemmnisse auf.
Wie sich diese Entwicklung im Versorgungsalltag widerspiegelt, erläuterte Markus Wendler, Geschäftsführer von PVM in Bielefeld, anhand von plakativen Beispielen. Rollatoren für Pauschalen von 15 Euro pro Jahr, aufsaugende Inkontinenzhilfsmittel für 11,80 Euro im Monat, nicht zu reinigende Toilettenstühle für 18 Euro jährlich. „So etwas bieten wir an, ich muss mich schämen.“ Das seien „Alibileistungen“, die dem Sachleistungsprinzip in keiner Weise entsprächen. Der Praktiker vermisst in der aktuellen Diskussion Ehrlichkeit in der politischen Diskussion: Entweder erfolge die Versorgung nach dem Stand der Technik. Oder die Menschen müssten sich getreu der Maxime „Alter ist keine Krankheit“ notwendige Rollatoren, Inkontinenzhilfsmittel etc. selbst kaufen. Klar sei aber auch: „Nicht alles, was gewünscht wird, ist auf Rezept erhältlich.“
Neben mehr Transparenz und Offenheit fordert Wendler künftig einen stärkeren Fokus auf die Prävention. „Viele Versorgungen ließen sich durch vorausschauendes Verhalten vermeiden.“