Die Möglichkeit, ein Hilfsmittel weiter zu nutzen, allein reicht nicht aus. Mindestens ebenso wichtig ist, dass die Menschen bereit sind, ein gebrauchtes Hilfsmittel auch zu nutzen. Immerhin 65 Prozent der Deutschen bejahen dies. 25 Prozent lehnen die Vorstellung eines Secondhand-Hilfsmittels ab. Elf Prozent konnten sich noch keine abschließende Meinung dazu bilden. Auffällig ist, dass pflegende Angehörige besonders offen für die Idee sind, Hilfsmittel mehrfach zu nutzen. In dieser Gruppe befürworten 70 Prozent die Mehrfachnutzung. Das könnte damit zusammenhängen, dass pflegende Angehörige in besonderem Maße erleben, wie viel Material und Geld für die Hilfsmittel eingesetzt werden.
Dr. Gertrud Demmler, Vorständin der SBK, sagt: „Wir brauchen einen nachhaltigeren Umgang mit den Ressourcen des Gesundheitswesens. Es gilt, den ökologischen Fußabdruck des Gesundheitswesens zu verkleinern, seine Ressourcen zu schonen und gleichzeitig eine hohe Versorgungsqualität aufrechtzuerhalten. Im Hilfsmittelbereich beispielsweise kann eine konsequentere Weiternutzung die Umwelt schonen und der Versichertengemeinschaft gleichzeitig viel Geld sparen. Geld, das den Menschen an anderer Stelle wieder zu Gute kommen kann. In diesem Bereich brauchen wir dringend kreative Ideen und Lösungen, wie Wiederverwertung nicht an aufwändiger Logistik und Lagerkosten scheitert. Dazu ist es nötig, sich die typischen Versorgungsprozesse genau anzusehen, um nachhaltigere Lösungen zu entwickeln.“