Erstens brauche es digitale Partnerschaften, führte Güven Karakuzu auf dem von ihm und Malte Klar organisierten Branchentalk in die Thematik ein. Firmen mit Zukunft verfügten über attraktive Plattformen und generierten selbst Klick- und Kaufdaten. Eine eigene Plattform ermögliche individuelle Datenanalysen. Vor diesem Hintergrund überrascht es daher kaum, dass die Entlassplattformen Recare, Pflegeplatz, Carebridge und Nubedian zwar alle Schnittstellen anbieten, um sich bei ihnen anzudocken – aber keine nach außen. „Keiner will Daten liefern“, brachte Karakuzu das Dilemma auf den Punkt. Homecare- und Hilfsmittelversorgern empfahl er daher, die bestehenden Plattformen frühzeitig zu testen und dabei mit anderen Unternehmen und Verbünden zusammenzuarbeiten, aber die Risiken im Auge zu behalten.
Beim zweiten Thema Cybersicherheit laute „die Frage nicht mehr ob, sondern wann“ was passiert. Die Hacker hätten das Gesundheitswesen ins Visier genommen, so der IT-Spezialist. Er empfahl den Aufbau eines Bedrohungsmodells, um mögliche Angriffspunkte zu identifizieren. Ziel sei, die vertrauenswürdige Systembasis zu minimieren. Damit seien die tragenden Wände gemeint. „Denn wenn die einstürzen, kommt die ganze Decke runter.“
Mit einem Analysetool lasse sich als drittes der digitale Reifegrad eines Unternehmens bestimmen. Dieser zeige den Status Quo und gebe Handlungsempfehlungen, um im digitalen Wandel zukunftsfähig zu sein, so Karakuzu. Er sei nicht nur das Fundament für eine zukunftsfähige Digitalisierungsstrategie, sondern für alle relevanten Unternehmensentscheidungen in den Bereichen Vertrieb, Personal und Finanzierung.