Mehr als 8,9 Millionen Menschen in Deutschland leben inzwischen mit einem Diabetes. Jedes Jahr erkranken rund 500.000 Menschen neu daran. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von mindestens 2 Millionen Menschen. Drei Zahlen aus dem Gesundheitsbericht „Diabetes 2024“ den die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vor kurzem veröffentlicht hat. Die DDG folgert: „Die Gesellschaft und die Gesundheitspolitik müssen Diabetes und die Prävention des Typ-2-Diabetes endlich ernst nehmen.“
In einem eigenen Kapitel beleuchten die Experten Michael Eckhard (Universitäres Diabeteszentrum und Interdisziplinäres Zentrum Diabetischer Fuß Mittelhessen, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, und GZW Diabetes Klinik Bad Nauheim), Holger Lawall (Praxis für Herzkreislauferkrankungen, Max-Grundig-Klinik Bühlerhöhe, Angiologie/Diabetologie, Ettlingen), Ralf Lobmann (Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie, Zentrum für Innere Medizin, Klinikum Stuttgart – Krankenhaus Bad Cannstatt) und Florian Thienel (Christliches Krankenhaus, Quakenbrück) das Diabetische Fußsyndrom (DFS) in Zeiten von Strukturreformen.
Die vier Autoren schlüsseln auf, welche Disziplinen und Professionen regelhaft an der Behandlung der DFS-Patienten beteiligt sein sollen. Demnach sei auch klar: „Es bedarf einer Person, die die Abstimmung zwischen den Disziplinen und Professionen zielführend koordiniert.“
Versorgungsverträge für das DFS gibt es in Nordrhein, Westfalen-Lippe, Hamburg und seit 2022 auch in Berlin. Die Versorgungsqualität müsse sich auch finanziell abbilden und dürfe laut der Autoren „nicht am seidenen Faden weniger Idealisten hängen“. Für Mindeststandards in der in der Versorgungsqualität hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Antrag auf Implementierung einer „Komplexpauschale DFS“ beantragt.