Covid-19-Patienten, die auf der Intensivstation landen, werden schnell schwächer. Sie verlieren bis zu 10 % ihrer Muskelmasse in einer Woche. Hauptsächlich verantwortlich dafür ist ihr eingeschränkter Zugang zu Bewegung. Dies steht im Gegensatz zu der Empfehlung, dass Patienten auf der Intensivstation frühzeitig mit Physiotherapie beginnen sollten, auch wenn sie beatmet werden. Jedoch ist die Rehabilitation bei solchen Patienten oft mit Herausforderungen verbunden, da die Kraft und Ausdauer stark eingeschränkt sein können, was eine physische Teilnahme an der Rehabilitation manchmal verunmöglicht.
Das belgische Rehabilitationszentrum Ziekenhuis Geel arbeitet mit dem Exoskelett Myosuit, um die Rehabilitation von Patienten, die nach Covid-19 auf der Intensivstation waren, zu erleichtern. Myosuit soll den Patienten zusätzliche Kraft und Ausdauer verleihen und Hüften und Knie stabilisieren, teilt der Schweizer Myosuit-Entwickler Myoswiss mit. Die Patienten seien so sofort in der Lage, ihre Gehfähigkeit zu steigern, selbstständig von einem Stuhl aufzustehen und Treppen zu steigen, wird Dr. Tine Logghe, Leiterin der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation, in der Meldung zitiert.
Der Myosuit sei ein neuer Ansatz in der Exoskelett-Technologie. Er kann Menschen nach Aufenthalten auf der Intensivstation helfen, aber auch solchen, die altersbedingt schwächer werden, oder an neuromuskulären oder neurologischen Erkrankungen leiden. Er nutzt Sensoren und Algorithmen, um die Bewegungen des Anwenders zu erkennen und die richtige Unterstützung individuell einstellbar pro Bein zum richtigen Zeitpunkt zu geben.