Die Kernforderungen der KBV
Verordnungsprozesse vor Digitalisierung optimieren
Die Verordnung von Hilfsmitteln soll künftig digital erfolgen. Vor der Digitalisierung müssen jedoch die bestehenden Prozesse grundlegend analysiert, geändert und vereinfacht werden. Nur so können die Arztpraxen von der Digitalisierung profitieren und spürbar entlastet werden.
Kompetenzorientierte Aufgabenteilung
Wir brauchen eine klarere Aufgabenverteilung zwischen Vertragsärzten und Hilfsmittelversorgern: Ärztinnen und Ärzte stellen die medizinische Indikation. Hilfsmittelversorger entscheiden, welches Hilfsmittel jeweils das passende ist. Sie verantworten die wirtschaftliche Auswahl gegenüber den Patienten und den Krankenkassen.
Hilfsmittelverzeichnis überarbeiten
Wir benötigen ein benutzerfreundliches Hilfsmittelverzeichnis, das Ärztinnen und Ärzte bei der Verordnung wirksam unterstützt. Notwendig ist beispielsweise eine indikationsbasierte, leistungsstarke Such- und Filterfunktion. Zudem sollten Anforderungen für die Hilfsmittelversorgung schnell und zielgenau erfasst werden können. Preisübersichten und Abbildungen helfen außerdem bei der Orientierung.
Präqualifizierung abschaffen
Ärztinnen und Ärzte, die ihre Patienten auf dem verkürzten Versorgungsweg schnell mit Hilfsmitteln versorgen, sind dafür bereits ausreichend qualifiziert. Ein gesondertes Präqualifizierungsverfahren erzeugt nur bürokratische Aufwände ohne Mehrwert für die Patientenversorgung. Es muss deshalb abgeschafft werden.
Hilfsmittelbegriff definieren
Die Krankenkassen nehmen immer wieder aus dem Hilfsmittelverzeichnis relevante Produktgruppen heraus mit der Begründung, es handele sich dabei um keine Hilfsmittel. Dies führt zu erheblichen Mehraufwänden für die Praxen, denn es müssen alternative Bezugswege beschritten werden. Es bedarf dringend einer gesetzlichen Klarstellung des Hilfsmittelbegriffs, um eine einseitige Auslegung durch die Krankenkassen und damit unnötige Bürokratie zu verhindern.