Die Konferenz blickte auf ein Jahr Krankenhaus-Zukunftsfonds zurück. Prof. Dr. Sylvia Thun, Direktorin der Core-Unit „eHealth und Interoperabilität“ am Berliner Institut für Gesundheitsforschung, stellte auf dem BVMed-Event den aktuell erhobenen digitalen Reifegrad in deutschen Krankenhäusern vor: „Durchschnittlich haben die deutschen Krankenhäuser 33,25 Punkte von 100 erreicht, was nicht viel ist. Wir haben es aber auch nicht anders erwartet.“
Besonders ausbaufähig seien die Interoperabilität sowie die Patienteneinbindung. „Alles, was digital mit Patientinnen und Patienten zu tun hat, das können wir in Deutschland nicht“, erläuterte Thun. Positiv sei jedoch, dass bei vielen Krankenhäusern die Basis hinsichtlich der Strukturen und System für Interoperabilität und strukturierte Datenwiedergabe auf dem richtigen Weg sei – und beides ist laut Thun ausschlaggebend für die erfolgreiche, weitere Digitalisierung der Krankenhäuser. „Wir brauchen die Industrie, um Interoperabilität gemeinsam zu entwickeln“, so Thun.
Um mehr Akzeptanz für die Digitalisierung zu ermöglichen, sei es außerdem wichtig, Patienten und Klinikpersonal von den Potenzialen der Digitalisierung zu überzeugen, so Markus Holzbrecher-Morys, Geschäftsführer IT, Datenaustausch und eHealth der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Er plädierte dafür, dass die Betriebskosten auch nach 2025 gefördert werden. Um Prozesse und Produkte optimieren zu können, müsste die Industrie beim Datenzugang besser einbezogen werden, hob Marcus Wiegmann, BVMed-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer von Stryker, hervor.