Um im Wahlkampf auf die Bedeutung der Hilfsmittelversorgung auf das deutsche Gesundheitssystem aufmerksam zu machen, hat das Bündnis Wir versorgen Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 acht Wahlprüfsteine veröffentlicht. Traditionell veröffentlichen Bündnisse und Verbände vor Wahlen sogenannte Wahlprüfsteine, um auf ihre Interessengebiete aufmerksam zu machen und für die Wählerinnen und Wähler Informationen zu sammeln, wie sich eine Partei zu einem speziellen Thema positioniert. Durch die verkürzten Zeitabläufe der vorgezogenen Bundestagswahl haben sich die antretenden Parteien jedoch auf einige wenige, vorab gemeinsam vereinbarte Verbände geeinigt.
Aus Sicht von “Wir versorgen Deutschland” (WvD) ist es zwar verständlich, dass der verkürzte Wahlkampf es erschwert, die Vielzahl an Wahlprüfsteinen der Verbände und Organisationen zu beantworten. Dennoch ist es bedauerlich, dass die Fragen angesichts der aktuellen Herausforderungen in der Hilfsmittelversorgung dadurch unbeantwortet bleiben. Unabhängig davon möchte “Wir versorgen Deutschland” (WvD) den Wahlkampf in den nächsten Wochen eng mit den Themen und Forderungen der Hilfsmittelleistungserbringer begleiten.
Die Wahlprüfsteine von Wir versorgen Deutschland:
- Welche Maßnahmen und Reformen plant Ihre Partei angesichts der aktuellen wirtschaftlichen
und demografischen Herausforderungen, um in Deutschland auch künftig eine hochwertige,
wohnortnahe Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln durch die Sanitätshäuser und Gesundheitshandwerke zu sichern? - In der WvD-Branchenumfrage 2024 gingen über 80 Prozent der Betriebe von einer künftigen
Verschärfung des Fachkräftemangels mit schweren Folgen für die qualitätsgesicherte Versorgung aus. Wie will Ihre Partei dem Fachkräftemangel im Bereich der Gesundheitshandwerke und Sanitätshäuser begegnen? - Angesichts des Fachkräftemangels ist insbesondere eine qualifizierte Zuwanderung unabdingbar, um in Deutschland eine qualitätsgesicherte Versorgung im Hilfsmittelbereich auf Dauer zu gewährleisten. Welche Maßnahmen planen Sie, um diese zu gewährleisten?
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass die Gesundheitsversorgung mit Hilfsmitteln (bspw. bei
Amputationen, Verbrennungen, Wundversorgung etc.) im Krisen- und Verteidigungsfall sichergestellt ist und frühzeitig in Notfallpläne einbezogen wird? - In der WvD-Branchenumfrage 2024 gaben ca. 70% der Betriebe der Sanitätshäuser und Gesundheitshandwerke an, über 30% der Arbeitszeit in der Hilfsmittelversorgung für Bürokratie und Dokumentationspflichten aufzuwenden. Welche Ansätze hat Ihre Partei, um die Bürokratielast zu verringern?
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen und speziell im Bereich der Hilfsmittelversorgung voranzutreiben? Wird sich Ihre Partei insbesondere für die gleichberechtigte Einbindung der Hilfsmittelleistungserbringer in die Telematik-Infrastruktur einsetzen?
- Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass die Hilfsmittelleistungserbringer als ein Schlüssel
zur gesellschaftlichen Teilhabe im Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (NAP II) künftig besser berücksichtigt werden? - Wird sich Ihre Partei für Investitionen in die Ambulantisierung, besseres Entlassmanagement
und die Stärkung der konservativen Versorgung stark machen, damit das Ziel der Krankenhausreform (weniger Klinikaufenthalte und weniger Operationen) auch realisiert werden kann?
Das PDF zu den Wahlprüfsteinen finden Sie unter diesem Link.