„Die Versorgung der Zukunft steht auf dem Spiel.“ Mit drastischen Worten eröffnet Shane Füller, Mitgründer von Anni.care den Release der Anwendung, die in einem Webinar vorgestellt wurde. Bereits im Vorfeld hatten die Entwickler auf der Onlineplattform LinkedIn mit Beiträgen und einer eigens für den Release gegründeten Gruppe auf die drängende Problematik hingewiesen. Denn bis 2038 werden, so die Schätzungen, bis zu 1,8 Mio. Fachkräfte im Gesundheitswesen fehlen. Man müsse, so Füller, automatisierte Prozesse schaffen, die manuelle und repetitive Aufgaben übernehmen, um so den Menschen mehr Zeit für ihre eigentlichen Jobs zu geben.
Mitarbeitende unterstützen statt ersetzen
Mit der neu entwickelten Anwendung Anni.care Connect wollen die drei Gründer dies nun angehen. Über eine Anbindung an bestehende ERP-Systeme (Acriba und Sanivision, weitere Systeme sollen folgen) soll sie Mitarbeitende im Kundenkontakt unterstützen und so Prozesse straffen. Im Webinar erklärt Shane Füller dies an einem Beispiel: Wenn Kunde A Kontakt zum Sanitätshaus aufnimmt, wird er durch das System erfasst, eine manuelle Datenerfassung entfällt. Der Kunde wird einem Sachbearbeiter zugewiesen, der seinerseits im System einen Überblick über seine offenen Aufträge hat. Die Terminabsprache erfolgt digital, nachdem der Kunde im Sanitätshaus versorgt wurde, wird er durch das Modul StatusSync per Nachricht aufs Handy über den Status seiner Versorgung informiert. Im Nachgang wird der Kunde gebeten, den Prozess zu bewerten, um aus den Daten Rückschlüsse auf die Prozesse ziehen zu können. Fällt die Bewertung positiv aus, kriegt er einen Aufruf, diese positive Bewertung auch auf Google abzugeben. Der Vorteil für das Sanitätshaus: Durch die positive Google-Bewertung erhöht sich die Sichtbarkeit im digitalen Raum, weitere Kunden werden auf das Unternehmen aufmerksam.
Mit dem CoPiloten durch den Alltag
Auch alles rund um die MDR geschieht über Anni.care Connect. Bei Ablauf des Gewährleistungszeitraums wird der Kunde automatisch durch das Modul EasyCompliance benachrichtigt. So könne man Kunden mit einer Individualversorgung fristgerecht begleiten. Bucht der Kunde einen Termin, bekommt der zuständige Sachbearbeiter eine Nachricht und eine Übersicht der bisher erfolgten Versorgungen. Besonders stolz ist man bei Anni.care auf den neu entwickelten CoPilot, die nach eigenen Angaben erste KI-Assistenz für die Hilfsmittelbranche. Der CoPilot ist durch seine Anbindung an ERP und GKV-Hilfsmittelverzeichnis in der Lage, Menschen bei der Versorgung zu unterstützen. Ihm können Fragen gestellt werden, er kann aber auch aktiv Vorschläge zu Themen machen.
Während des Webinars kommt auch ein Beta-Tester zu Wort. Florian Vierbaum von Spörer hat das System mit seinen Mitarbeitenden seit November 2023 getestet und ist zufrieden. „Unsere Mitarbeiter finden das System super, es hat uns echt geholfen“, fasst er die Testphase zusammen. Auch Thomas Seidl, Mitgründer von Anni.care, zeigt sich zufrieden: „Mit Anni.care Connect legen wir den nächsten Meilenstein unserer Firmengeschichte. Wir sind sehr stolz, dass unsere neue Lösung von den Leistungserbringern so positiv aufgenommen wird.“