Mit 800 Teilnehmern, 45 Fachausstellern und über 70 Fachvorträgen mit 85 Referenten in einem dreitägigen Programm zeigten alle Beteiligten und Interessierten des RehaKIND-Kongress, wie wichtig das Motto "Kinderreha ist kein Luxus" in Zeiten sich ständig verändernder Rahmenbedingungen ist.
Die Interessengemeinschaft RehaKIND e.V. lud mittlerweile zum siebten Mal zu einer (fast) institutionellen Veranstaltung ein, um auf Augenhöhe, in einem persönlichen Rahmen und bei hoher Fachlichkeit mit allen Beteiligten das Thema Kinderreha und Versorgungsqualität zu diskutieren.
Menschen an den "entscheidenden" Stellen benötigt
Heike Werner, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie in Thüringen, rief dazu auf, Kindern und Jugendlichen mit Herz und Sachverstand zu begegnen. Wichtig sei im Bereich der Kinderrehabilitation, dass auch an den "entscheidenden" Stellen Menschen säßen, die ein Gefühl für die besonderen Bedürfnisse haben. Die Schirmherren Prof. Dr. Ulrich Brandl aus Jena und Prof. Dr. Bernd Wilken aus Kassel hielten ein Plädoyer zur interdisziplinären Zusammenarbeit: einerseits, weil Eltern und Kindern einen hohen Aufwand für eine erfolgreiche Reha betreiben, andererseits, um das Spezialwissen der beteiligten Experten perfekt aufeinander abzustimmen. Die dafür notwendige Zeit zur Abstimmung müsse allerdings auch auskömmlich bezahlt werden. Dies sei "nicht nach 12 Stunden im OP" möglich. Alle Referenten betonten, wie wichtig die Vereinsarbeit von RehaKIND als neutrale Plattform für diese Forderungen sei.
Kinder und deren Familien sind keine Bittsteller
Familien wurden praktische Tipps und Versorgungskonzepte vorgestellt. Eltern in dem Labyrinth von Vorschriften und Zuständigkeiten über ihre Rechte zu informieren, war ein wichtiger Aspekt und fußt auf einer bitteren Erkenntnis: Wenn Kostenträger sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben, sind immer Familien und Kinder die Leidtragenden. Deshalb müssten Eltern mit juristischer Hilfe massiv Selbstverständlichkeiten einfordern, RehaKIND.
Auch beim Themenblock "Kommunikation mit Kostenträgern" zeigte sich deutlich: Miteinander reden hilft, und der RehaKIND-Bedarfsermittlungsbogen (BEB) könnte eine Erfassungs- und Dokumentationslösung der Versorgungsziele sein über die reine Diagnose hinaus. Die Vertreterin einer großen Krankenkasse plant, den BEB in die Arbeitsgruppe aller Krankenkassen einzubringen und als standardisiertes Werkzeug vorzustellen.
Der 8. Kongress findet vom 7. bis 9. Februar 2019 in München/Fürstenfeldbruck statt. Als Kooperationsveranstaltung mit dem Focus CP-Kongress erhält das Thema Kinderreha dann eine noch breitere Basis.