Mit knapp 19 Millionen Menschen sind die Babyboomer (Geburtsjahrgänge 1955 bis 1969) aktuell die größte Altersgruppe in Deutschland. Gemeinsam mit dem Institut für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien befragte die Opta Data Zukunfts-Stiftung „Pflegestudie 2022“ über 1.000 Babyboomer zu ihren Vorstellungen von Pflege. Ergebnis: 84% der Befragten begreifen Pflege als Schicksal, auf das man sich nicht vorbereiten könne.
Studienleiter Prof. Dr. Thomas Druyen bilanziert: „Die Studie führt klar vor Augen, dass die gesellschaftliche Bedeutung der Pflege ein ultimatives Zukunftsthema ist. Die Relevanz der Organisation von Pflege steht auf einer Stufe mit Klima und Big Tech“. Das Pflegerisiko dieser Generation steigere sich exponentiell. In den Jahrzehnten nach 2030 würden die Pflegeeinrichtungen aus allen Nähten platzen und der Nachfrage nicht gerecht werden können, so die Opta Data Zukunftsstiftung in ihrer Mitteilung. Bis 2030 werde ein Anstieg der Pflegebedürftigen um 30 Prozent prognostiziert.
Pflegestudie: Babyboomer ignorieren Pflege-Realität
Die Studie offenbart zahlreiche blinde Flecken: Die Babyboomer ignorierten ihre mögliche Pflegebedürftigkeit und verschlössen die Augen vor ihrer eigenen Zukunft.
- 78% der Babyboomer planen ihre eigene Pflege nicht!
- 51% empfinden das Thema Pflege als unangenehm.
- 85 % wollen nicht von eigenen Angehörigen gepflegt werden, aber nur jeder Fünfte kann sich Individualpflege abseits vom staatlich geförderten Pflegedienst oder vom bezuschussten Pflegedienst leisten!
- 79 % sehen den Staat in der Verpflichtung ihre Pflege zu organisieren und ihre Kosten zu tragen.
- Nur 6,5 % schätzen eventuelle zukünftige Pflegekosten (Eigenanteil) richtig ein!
- 69 % derjenigen, die selbst gepflegt haben, brachte die Pflege an ihre physischen
- Grenzen.
- 42 % der Babyboomer-Frauen wünschen sich eine Pflege zu Hause, Männer
- dagegen nur 23 %.
- Frauen unterschätzen ihr Pflegerisiko viel stärker als Männer
- 85 % wollen nicht von Angehörigen gepflegt werden.