Prävention statt Reparaturmedizin
Ein weiteres Potenzial liegt in der Prävention: Physiotherapeuten könnten verstärkt als Gesundheitscoaches agieren, um Beschwerden frühzeitig zu verhindern. 76 Prozent der Befragten halten die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung für zu gering. Physiotherapeuten sind bereit, im Gesundheitssystem eine Rolle einzunehmen, die weit über ihre bisherige hinausgeht. Im Zuge dessen sprechen sich 44 Prozent der Befragten für eine Vollakademisierung des Berufes aus, ebenso aber 56 Prozent gegen sie.
Weitgehende Einigkeit zeigt sich hingegen in anderen Fragen: 96 Prozent sind der Meinung, dass die verschiedenen Berufsverbände enger zusammenarbeiten sollten, um die Interessen der Physiotherapeuten noch stärker zu vertreten – und 87 Prozent wünschen sich eine intensivere intersektorale Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens. 96 Prozent fordern eine Verbesserung der bisherigen Vergütung – dies auch, um den Beruf weiterhin attraktiv zu gestalten.
Große Hoffnungen werden in die Digitalisierung gesetzt: In Tools und Apps sehen 84 Prozent besonders wichtige Werkzeuge für die Zukunft der Physiotherapie, und neue Technologien wie Telematik, Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik könnten helfen, physiotherapeutische Maßnahmen gezielter einzusetzen und langfristige Gesundheitskosten zu senken. Druyen zieht ein klares Fazit: „Deutschland muss weg von einer krankheitszentrierten Flickschusterei hin zu einem integrierten, präventiven und KI-gestützten Gesundheitsmodell. Physiotherapie kann dabei ein zentraler Eckpfeiler sein.“